Boekgegevens
Titel: Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
Auteur: Schwippert, P.A.
Uitgave: Haag: Henri J. Stemberg, 1881
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: Obr. 8058
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_201841
Onderwerp: Taal- en letterkunde naar afzonderlijke talen: Duitse letterkunde
Trefwoord: Literatuur (fictie en non-fictie), Duits, Gedichten (teksten), Leermiddelen (vorm)
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   Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
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Doch der Kriegsraann zum König: »Sprecht nicht dies Wort,
Und wahrt euer Blut nur noch immer fort, ^
Denn auf jeden einzelnen Tropfen zählt j
Das Volk, das zum Herrscher euch auserwählt. . ^
Ein Reiterleben ja gilts allein , i
Einen seligen Tod, und nicht lange Pein , _ '
Und bald mit wieder bewalfneter Hand i
Rächt ihr wohl mein Blut im italischen Land.
Doch eines gelobt mir, kommt ihr zurück ,
So meldet den Meinen , was mein Geschick ,
Sprecht Trost meinem Weibe in ihrem Harm , i
,Und küfzt mir den Jungen auf ihrem Arm.
Mein Name ist Orlik — behaltet ihn fest, —
Und — dafz ihr des Jungen mir nicht vergefst I —
Und den Dolch erfafst er, fest steht sein Entschlufs,
Dem Boleslaus gilts ja — was liegt da am Fufs!
Der aber beschwört den Orlik und fleht,
Und wehret des Opfers — doch schon ists zu spät,
Schon färbet das edelste Kriegerblut
Das rauhe Geklüfte mit heifser Flut.
Den König erfasset so Staunen als Graun ,
Kaum mag er den eigenen Sinnen traun,
Als jetzt mit gedämpfter Stimm der Gesell:
»Nun lös't von dem Strunk da die Kette schnell!"
Mit tanzenden Fingern, betäubt und dumpf,
Fafst jener und löset die Kette vom Stumpf,
Drauf reicht ihm den Dolch noch Orlik : »Nun flieht,
Tod bringt die Minute, die ihr verzieht!"
Und der König ergriffen vom grimmen Schmerz,
Umschlingt den Krieger und prefst ihn ans Herz,
Er schluchzet, will sprechen, und kann nicht und drückt
Aufs Haupt einen Kufs ihm , von Thränen erstickt.
Zur Mündung der Höhle drauf eilt er sacht,
Im Mantel gewickelt lehnt dort die Wacht,
Ein Stöfs — drauf ein Fall , ein dumpfer Schrei,
Und der König steht draufsen , gerettet, frei 1