Boekgegevens
Titel: Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
Auteur: Schwippert, P.A.
Uitgave: Haag: Henri J. Stemberg, 1881
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: Obr. 8058
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_201841
Onderwerp: Taal- en letterkunde naar afzonderlijke talen: Duitse letterkunde
Trefwoord: Literatuur (fictie en non-fictie), Duits, Gedichten (teksten), Leermiddelen (vorm)
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   Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
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49. Die Älpler.
»Leb wohl,mein Weib! leb wohl, raein Kind!
Ich mufs hinaus, zu jagen ;
Die Sonne scheint recht mild, der Wind
Ist lau und lind ,
Wie nicht seit langen Tagen.
Benutzt will solch ein Wetter sein ,
Es ist nicht täglich Sonnenschein ;
Vielleicht, dafs wir die Strahlen
Mit langer Nacht bezahlen." —
Der Älpler Rudi spricht's und nimmt
Gewehr und Rock und Tasche ,
Gehl, ruft Ton fern noch, weich gestimmt.
Enteilt und klimmt,
Ob er kein Wild erhasche ;
Allein die Gemslein , sonst so keck ,
Buhn heute, scheint's, im Pelsversteck
Und lassen lang ihn steigen,
Bis sie sich neckend zeigen.
Rösli, sein Weib , indes zu Haus
Hört seinen Ruf verhallen ,
Blickt zag zum Fensterlein hinaus,
Das bunt und kraus
Umstarrt von Eiskristallen;
Und wie sie nimmer ihn erblickt,
Fühlt sie sich wunderbar bedrückt
Und hält mit innerm Bangen
Den kleinen Sohn umfangen.
Da rieselt's plötzlich, rauscht und braust,
Wie von der Furka Gipfel;
Sie eilt zum Fenster hin , ihr graust —
So heult und saust
Kein Föhn durch kahle Wipfel.
Hilf, Gott! Es ist der Lauwe Macht,
Die nimmer rieselt, die schon kracht,
Schon donnert, schon entzügelt,
Vom Horn herunterflügelt!