Boekgegevens
Titel: Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
Auteur: Schwippert, P.A.
Uitgave: Haag: Henri J. Stemberg, 1881
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: Obr. 8058
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_201841
Onderwerp: Taal- en letterkunde naar afzonderlijke talen: Duitse letterkunde
Trefwoord: Literatuur (fictie en non-fictie), Duits, Gedichten (teksten), Leermiddelen (vorm)
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   Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
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Und bot als Freund und Lehrer ihra die Hand.
Gerechter Dank dera Ehrenraann im Grabe! i
Denn Joseph Haydn war der arme Knabe.
Viel edle Werke lobten schon den Meister,
Da ward er noch in Deutschland kaum genannt, ^
Und über ihn erhob sein Haupt wohl dreister,
Als zieraend war, manch' finstrer Kunstpedant,
Doch aus der Ferne hatten helle Geister
Den Lorbeerweig des Beifalls ihm gesandt,
Und, jubelvoll empfangen überm Meere,
Reicht England ihm den späten Kranz der Ehre.
Doch wollt' er nicht dem Vaterland entsagen
Und wählte sich in Wien ein stilles Haus.
Hier spannte kühn, den ersten Flug zu wagen ,
Sein Genius die Adlerschwingen aus ,
Und jugendlich sang er in greisen Tagen,
Wie sich das Weltall hob aus Nacht und Graus ,
Und wie im Wechseltanz die Jahreszeiten
Dem Erdenbürger Heil und Lust bereiten.
Als drob sein Ruhm erschollen war seit Jahren ,
Entwichen ihm des Lebens Kraft und Mut;
Tief sank sein Haupt, umglänzt von Silberhaaren ,
Erloschen war des Auges heitre Glut.
Jetzt sollt' er an sich selbst die Macht erfahren ,
Die in dem Tongedicht der »Schöpfung" ruht,
Womit einst Künstler , die ihm Achtung zollten.
Die Feier eines Abends krönen wollten.
Der edle Greis, bewogen von der Bitte,
Ein Zeuge dieser Huldigung zu sein,
Trat liebevoll mit altersschwachem Schritte,
Schon heifs erwartet , in den Festsaal ein. _ .
Begrüfst mit Jubel, wankt er durch die Mitte
Der feierlich um ihn gedrängten Reihn,
Und jetzt begann der Töne Strom zu rauschen ,
Und jedes Ohr dem Wogenklang zu lauschen.
Die Eitelkeit läfst gei n sich stürmisch fröhnen ;
Doch seinen schlichten Sinn erfreut es nicht,
Und tief bewegt von seinen eignen Tönen,