Boekgegevens
Titel: Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
Auteur: Schwippert, P.A.
Uitgave: Haag: Henri J. Stemberg, 1881
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: Obr. 8058
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_201841
Onderwerp: Taal- en letterkunde naar afzonderlijke talen: Duitse letterkunde
Trefwoord: Literatuur (fictie en non-fictie), Duits, Gedichten (teksten), Leermiddelen (vorm)
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   Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
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27. Yersuchnng.
Gar emsig bei den Büchern
Ein Knabe sitzt im Kämmerlein,
Da lacht herein durchs Fenster
Der lust'ge, blanke Sonnenschein
Und spricht: »Lieb Kind! Du sitzest hier!
Komm doch heraus und spiel bei mir!"
Den Knaben stört es nicht,
Zum Sonnenschein er spricht:
Erst lafs mich fertig sein!"
Der Knabe schreibet weiter;
Da kommt ein kleines Vögelein,
Das picket an die Scheiben
Und schaut so schlau zu ihm herein.
Es ruft: »Kommmit! DerWaldistgrün,
Der Himmel ist blau, die El umen blühn!"-
Den Knaben stört es nicht;
Zum Vogel kurz er spricht:
»Erst lafs mich fertig sein!" -
Der Knabe schreibt und schreibet.
Da guckt der Apfelbaum herein
Und spricht: »Wer wird sofleilsigsein?
Schau raeine Apfel! Diese Nacht
Hab' ich für dich sie reif gemacht!" —
Den Knaben stört es nicht.
Zum Apfelbaum er spricht:
»Erst lafs mich fertig sein!"
Da endlich ist er fertig;
Schnell packt er seine Bücher ein
Und läuft hinaus zum Garten ;
Juchhe! Wie lacht der Sonnenschein!
Das Bäumchen wirft ihm Äpfel zu.
Der Vogel singt und nickt ihm zu
Der Knabe springt vor Lust
Und jauchzt aus voller Brust. —
Jetzt kann er lustig sein!
28. Die Gi-ofsiiuitter.
Kind.
Grofsmutter, bin ich heut artig gewesen ?
G r 0 f .s m u 11 e r.
Ja wohl, mein Kind,
Nun magst du auch spielen gehn
Dort in der Laube am Nul'sbaum. —
Glückselige Jugendzeit!
Als ich selbst noch ein Kind war
Wie meine Enkelin dort,
Und der Lehrer uns Kindern
So viel erzählte
Von den sündlichen Menschen.
Und wie es so schwer sei.
Das Böse zu meiden,
Da dacht' ich oft:
Was die Leut' doch wollen!
Immer gut zu sein
Und nur zu thun.
Was die Mutter verlangt,
Was ist's denn so grofses ? —
Doch als ich älter worden
Und trat in die Welt hinaus.
Ach, wie so schwer ward's.
Ach, wie so schwer ward's !
Kind.
Grofsmutter! hörst du den schönen Vogel singen?