Boekgegevens
Titel: Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
Auteur: Schwippert, P.A.
Uitgave: Haag: Henri J. Stemberg, 1881
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: Obr. 8058
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_201841
Onderwerp: Taal- en letterkunde naar afzonderlijke talen: Duitse letterkunde
Trefwoord: Literatuur (fictie en non-fictie), Duits, Gedichten (teksten), Leermiddelen (vorm)
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   Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
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Kaum erscholl die schlimme Post,
Als von ihrer Mittagskost
Alle Brüder und Bekannten,
Phylax zu besuchen, rannten.
Pantalon, sein bester Freund,
Leckt ihn an dem heifsen Munde;
»0," erseufzt er, »bittre Stunde!
0, wer hätte das gemeint!"
»Ach," rief Phjlax, Pantalon !
Ists nicht wahr, ich sterbe schon ?
Hätt ich nur nichts eingenommen,
Wär ich wohl davon gekommen!
Sterb ich Aermster so geschwind,
0, so kannst du sichei' schreien,
Dafs die vielen Arzeneien
Meines Todes Quelle sind.
»Wie zufrieden schlief ich ein,
Könnt ich nur so manches Bein,
Das ich mir verscharren müssen,
Vor dem Tode noch geniefsenl
Dieses macht mich kummervoll,
Dafs ich diesen Schatz vergessen.
Nicht vor meinem Ende fressen.
Auch nicht mit mir nehmen soll.
»Liebst du mich und bist du treu,
0, so hole sie herbei!
Eines wirst du bei den Linden
An dem Gartenthore finden;
Eines, lieber Pantalon!
Hab ich noch erst gestern morgen
In dem Winterreis verborgen;
Aber frifs mir nichts davon !"
Pantalon war fortgerannt,
Brachte treulich, was er fand.
Phylax roch, bei schwachem Mute,
Noch den Dunst von seinem Gute.
Endlich, da sein Auge bricht.
Spricht er: »Lafs mir alles liegen!
Sterb ich, so sollst du es kriegen ;
Aber, Bruder, eher nicht!
»Sollt ich nur so glücklich sein
Und das schöne Schinkenbein,
Das ich . .. doch ich mags nicht sagen
Wo ich dieses hingetragen.
Werd ich wiederum gesund.
Will ich dir, bei meinem Leben !
Auch die beste Hälfte geben ;
Ja, du sollst..." Hier starb der Hund.
Der Geizhals bleibt im Tode karg ;
Zwei Blicke wirft er auf den Sarg,
Und tausend wirft er mit Entsetzen
Nach den mit Angst verwahrten Schätzen.
0 schwere Last der Eitelkeit!
Um schlecht zu leben, schwerzu sterben.
Sucht man sich Schätze zu erwerben t
Verdient ein solches Glück wohl Neid ?
10. Die beiden Wächter.
Zwei Wächter, die schon manche Nacht
Die liebe Stadt getreu bewacht,
Verfolgten sich aus aller Macht,
Auf offner Strafse, in den Schenken,
Und ruhten nicht mit allen Ränken,
Die nur der Feind dem Feind erfindet,