Boekgegevens
Titel: Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
Auteur: Schwippert, P.A.
Uitgave: Haag: Henri J. Stemberg, 1881
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: Obr. 8058
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_201841
Onderwerp: Taal- en letterkunde naar afzonderlijke talen: Duitse letterkunde
Trefwoord: Literatuur (fictie en non-fictie), Duits, Gedichten (teksten), Leermiddelen (vorm)
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   Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
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Zu Rosse will ich steigen,
Bin ich mal alt und krank." —
»Mit dir ist nicht zu streiten,
Du bist mir allzu stolz;
Doch führst du an der Seiten
Ein Ttinkgefäfa von Holz,
Nun macht die Jagd mich dürsten,
Drum thu mir das, Gesell,
Und gib mir eins zu bürsten
Aus diesem Wasserquell!"
Der Graf hat sich eihoben,
Er schwenkt den Becher klar;
Er füllt ihn an bis oben ,
Hält ihn dem Kaiser dar.
Der schlürft mit vollen Zügen
Den kühlen Trank hinein
Und zeigt ein solch Vergnügen,
Als wär's der beste Wein.
Dann fafst der schlaue Zecher
Den Grafen bei der Hand :
»Du schwenktest mir den Becher
Und fülltest ihn zum Rand,
Du hieltest mir zum Munde
Das labende Getränk 1
Du bist von dieser Stunde
Des deutschen Reiches Schenk!"
142. Teil s Tod.
Grün wird die Alpe werden.
Stürzt die Lawin' einmal ;
Zu Berge ziehn die Herden,
Fuhr erst der Schnee zu Thal.
Euch stellt, ihr Alpensöhne,
iMit jedem neuen Jahr
Des Eises Bruch vom Föhne
Den Kampf der Freiheit dar.
Da braust der wilde Schachen
Hervor aus seiner Schlucht,
Und Fels und Tanne brechen
Vor seiner jähen Flucht.
Er hat den Steg begraben,
Der ob der Stäube hing,
Hat weggespült den Knaben,
Der auf dem Stege ging.
Und eben schritt ein' andrer
Zur Brücke, da sie brach ;
Nicht stutzt der greise Wandrer,
Wirft sich dem Knaben nach,
Fafst ihn mit Adlerschnelle,
Ti ägt ihn zum sichern Ort;
Das Kini entspringt der Welle,
Den Alten reifst sie fort.
Doch als nun ausgestofsen
Die Flut den toten Leib,
Da stehn um ihn, ergossen
In Jammer, Mann und Weib;
Als kracht in seinem Grunde
Des Rotstocks Felsgestell,
Erschallt's aus einem Munde:
Der Teil ist tot, der Teil!
War' ich ein Sohn der Berge,
Ein Hirt am ew'gen Schnee,
Wär' ich ein kecker Ferge
Auf Uri's grünem See,
Und trät' in meinem Harme
Zum Teil, wo er verschied:
Des Toten Haupt im Arme,
Spräch' ich mein Klagelied :