Boekgegevens
Titel: Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
Auteur: Schwippert, P.A.
Uitgave: Haag: Henri J. Stemberg, 1881
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: Obr. 8058
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_201841
Onderwerp: Taal- en letterkunde naar afzonderlijke talen: Duitse letterkunde
Trefwoord: Literatuur (fictie en non-fictie), Duits, Gedichten (teksten), Leermiddelen (vorm)
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   Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
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Nicht gröfsern Vorteil wüfst' ich zu nennen,
Als des Feindes Verdienst erkennen.
Wer schweigt, hat wenig zu sorgen ,
Der Mensch bleibt unter der Zunge verborgen.
Glaube dich nicht allzu gut gebettet.
Ein gewarnter Mann ist halb gerettet.
Wer mit dem Leben spielt,
Kommt nie zurecht;
Wer sich nicht selbst befiehlt ,
Bleibt immer ein Knecht.
Entzwei und gebiete 1 Tüchtig W^ort.
Verein' und leite ! Bess'rer Hort.
Willst du dich deines Wertes freun,
So mufst der Welt du Wert verleib'n.
Es liefse sich alles treßlicb schlichten.
Könnte raan die Sachen zweimal verrichten.
Glaube nur , du hast viel gethan ,
Wenn dir Geduld gewöhnest an.
Mit einem Herrn steht es gut,
Der, was er befohlen , selber thut.
JOHANN LUDWIG UHLÄND.
(1787—1862)
Wenn man von einer schwäbischen Dichterschule oder besser einem
schwäbischen Dichterbund spricht, dann mufs als Chorführer Ühland genannt
werden. Das Leben dieses schlichten Mannes, der nicht nur zu unsern besten
deutschen Dichtern, sondern auch zu den unermüdlichem Forschern zählt, verlief
einfach wie das der meisten Gelehrten.
Ludwig Uhland war zu Tübingen am 26. April 1787 geboren, Sohn des Univer-
siiäts-Sekretärs Johann Friedrich Uhland, Enkel des Universitäts-Professors Jo-
hann Uhland.
Im Alter von vierzehn Jahren wurde er bereits als Jurist in Tübingen immatri-
kuliert, betrieb aber mit Vorliebe auch philosophische Studien. Als er zufällig
durch Professor Seybold das lateinische Gedicht über VValther
von A quitanien') erhielt, ging ihm in der altgermanischen Heldensage und
1) Uebers. v. Jos. Viclor Scheffel in seinem trefflichen Romane Eckehard 5. AuÜ. 1868