Boekgegevens
Titel: Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
Auteur: Schwippert, P.A.
Uitgave: Haag: Henri J. Stemberg, 1881
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: Obr. 8058
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_201841
Onderwerp: Taal- en letterkunde naar afzonderlijke talen: Duitse letterkunde
Trefwoord: Literatuur (fictie en non-fictie), Duits, Gedichten (teksten), Leermiddelen (vorm)
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   Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
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Hier ist ein zweifaches Verfahren möglich. Entweder wird
der Inhalt eines Gedichtes in gewöhnlicher Rede angegeben, wobei die dem
Gedichte eigene Anordnung der Thatsachen mancherlei Änderungen erleiden
kann und bisweilen mufs; oder nur der Vers wird aufgelöst , während
Anordnung und poetische Diktion bleiben, so dafs wir poetische Prosa
erhalten.
Übungen der letzteren Art sind von zweifelhaftem Werte, das es den
Schülern schwerlich gelingen wird , die ihnen geläufige Ausdrucksweise mit
dem Schmuck der poetischen Sprache zu einer Einheit zu verbinden ; nur
allzuleicht verfallen die Schlüer dabei in gedankenlose Schreiberei. Dagegen
vereinigt die erstere Art mehrere Vorteile in sich. Erstlich wird der Schüler,
indem er den Inhalt aus dem Schmucke der dichterischen Einkleidung he-
rauszufinden bemüht ist, zur richtigen Auffassung des Gedichtes angeleitet;
die Anordnung des Stoffes nach der Folge der Thatsachen, die Verbindungen,
Übergange und erläuternden Bemerkungen , welche die Herstellung des "'Zu-
sammenhanges erfordert, sind Operationen, welche darauf zielen, den Schüler
in der formellen Behandlung eines Gegenstandes zu fördern, endlich gibt
die Besprechung der Aufgabe , wie die von dem Schüler gelieferte Arbeit
Anlaf's zu Vergleichungen zwischen dem gewöhnlichen Ausdrucke des Be-
richterstatters und der gewählten, symbolischen Sprache des Dichters. Übri-
gens leuchtet ein, dafs vorzugsweise die epischen Gedichte zu solchen
Übungen auszuheben sind. Je mehr Handlungen, desto besser. Für die erste
Stufe werden sich die Fabeln von Geliert, Lichtwer und Fröhlich eignen ;
weiterhin Balladen und poetische Erzählungen von Goethe , Bürger öhland,
Romanzen von Schiller.
Die von einigen Seiten geäufserte Besorgnifs, dafs der Jugend durch
Umbildung der Gedichte der reine Genufs derselben verkümmerte werde,
ist nur dann gegründet, wenn alle Gedichte auf eine Weise behandelt
werden und die Beschäftigung mit poetischen Erzeugnissen in diesen Übungen
aufgeht. Ganz richtig bemerkt Hiecke, wo er den Vorzug solcher Übungen
vor sonstigen Aufsätzen bespricht:
»Der nicht besonders begabte Schüler begnügt sich sonst, wenn er nur
seine eigenen Einfälle auszusprechen hat, so gern mit dem oberflächlichsten,
trivialsten Ausdruck, gleichsam im Gefühl davon, dafs seine eignen, ganz
aus sich genommenen Einfälle eben auch keiner bessern Form wert sind.
Hier hat er mächtige erhebende Eindrücke erfahren. Wird nicht, wenn er
über Leistungen der erhabensten Geister zu sprechen unternimmt, in der
erlebten Wirkung für jeden unangemessenen, unwürdigen oder oberflächlichen
Ausdruck ein sicheres Correktiv, wenigstens eine strafende Mahnung liegen ?
Ich habe die Erfahrung selbst gemacht. Auch nach vorhergegangener Be-
sprechung erfolgten bei der Art von Themen, wie sie fast durchweg unsre