Boekgegevens
Titel: Der Jugendfreund: ein Lesebuch für Schule und Haus
Auteur: Haastert, E.F.L.; Knoest, J.C.
Uitgave: Rotterdam: Nijgh und van Ditmar, 1895
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: Obr. 4292
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200705
Onderwerp: Taal- en letterkunde naar afzonderlijke talen: Duitse taalkunde
Trefwoord: Duits, Leermiddelen (vorm)
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   Der Jugendfreund: ein Lesebuch für Schule und Haus
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»Deiches grimmig, ja fpöttifd) über bie tnienbe Sraut roegbücfle. hinter
ben iöräntigam ^tte f'^ riefen^after SRann gefteflt, öon finfterm
Slnfe^en, ber unbemegli^, ftarr unb ernft öor ftd) Ijinfah-
®er ^rebiger öor ®d)recfen gelähmt, blieb einige [tumm, at«
ein milber Slicf beä Sräutigam« tljn an bie 'Srnuung mahnte. SBaS
if)n in neue Verwirrung brachte, mar bie Ungemißhcit ob baS Vrautpaar
feine Spraye öerftehen mürbe. 68 mar ihm nid)t mohrfcheinlich. jDen»
noch faßte er fich magte eä, ben Bräutigam nach bem 9?amcn be8
SrautpaareS ju fragen. „9leanber, geobora!" antmortete biefer m.it
einer rauhen ©timme.
Ser ^Prebiger fing nun an bie SrauungSformel ju lefen, inbem feine
©timme fdjmanfte imb er, oft fid; irrenb, bie SBJorte mieberholen mußte,
boch ohne baß baS Bräutpaar feine Vermirrung ju bemerfen fdjien,
mobur^ er in feiner Vermutung, baß beiben bie ©prache, menn auch
nicht öödig, unbctannt fein müßte, beftärft morb. SllS er nun fragte:
„9feonber, millft bu bie h'er neben bir fnienbe geobora für bein re^t»
mäßiges dhemeib ertennen?" ba jmeifelte er, ob ber Bräutigam, ber
©prache unfunbig, antmorten mürbe; aber ju feinem Srftaunen fprach
biefer laut, ja faft fchreienb, baS 3a in einem furchtbar geHenben Sone,
ber bnrdh bie ganje Äir^e brang. Siefe ©eufjer, bie allenthalben auS
ber Spenge hcröorbrangen, begleiteten biefeS entfefjlidhe So, ein ftilleS
Buden, mie ein entfernter S3li^, fe^te bie totenbleichen Büge ber Braut
in Dorübergehenbe Bemogung. (Sr manbte fich barauf, lauter rebenb, al«
moüte er fie auS bem SobeSfchlummer ermeden, an bie Braut, inbem
er fagte: „SBillft bu, geobora, ben neben bir fnienben 9?eanber für
beinen rechtmäßigen Shegemahl erfennen, fo antworte burch ein öer»
nehmlicheS 3a! ®a ermachte bte entfeelte Braut; ein tiefeS, grauen»
hafteS (Sntfe^en bewegte bie erfchlafften SBangen, bie erblaßten Sippen
bebten, ein fdjnell oerfliegenbeS geuer bli^te au8 ben 3lugen, bie Bruft
hob fid), ein gewaltfamer Sh^ünenguß löfchte bie @lut ber Stugen, unb
baS 3a ließ pd) hören, mie baS Slngftgefchrei einer ©terbenben unb fchien
in ben unmilltürlichen Jonen beS ©chmerjeS, bie auS jeber Bruft ber
Spenge heröorbrachen, ein tiefeS jn finben. Sie Braut fanf ber