Boekgegevens
Titel: Der Jugendfreund: ein Lesebuch für Schule und Haus
Auteur: Haastert, E.F.L.; Knoest, J.C.
Uitgave: Rotterdam: Nijgh und van Ditmar, 1895
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: Obr. 4292
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200705
Onderwerp: Taal- en letterkunde naar afzonderlijke talen: Duitse taalkunde
Trefwoord: Duits, Leermiddelen (vorm)
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   Der Jugendfreund: ein Lesebuch für Schule und Haus
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bumpfe ©tille unter ber großen Sl'Jenge bte bange ®eefe mit (änt<
fegen. Obgleich bie S'Jebengänge unb Stühle bidht mit 5D?enf^en befegt
maren, fo mar bennoch ber mittlere @ang uöllig leer, unb ber^rebiger
erfannte tief unten ein frif^ oufgemühlte« ®rab. ®er Stein, ber eS
fonft bebecfte, ftanb an einen Stuhl gelehnt. ®er ^rebiger fah ni^tS
als Wänner, nur in einem entfernten Stuhle glaubte er eine grau
unbeutlich ju ertennen. ®ie Stille bauerte einige ÜJJinuten, ohne baß
jemanb fti) rührte. So mag in ber oerirrten Seele ein ftiCleS, fdh>oere8
SSrüten jeber entfegli^en Sh^t öorangehen.
ßnbli^ ri^tete ftdh ein SRann auf, beffen prö^tiger SInjug ihn
t)on ben übrigen unterfchieb unb feinen ho^en Stanb »erriet. Sr fchritt
raf^ über ben leeren ®ang, inbem bie 50?enge ihn anftarrte, unb feine
Sritte hinten in ber Sirrfje mieber. ®er SDfann mar öon mittelmä»
ßigem SZBudhfe, breitfchultrig, »on gebrungnem Sau, fein ®ang
trogig, baS ©eftdht gelblid) braun, bie Haare rabenfdhmarj, bie ^üge
ftrenge, bie Sippen »oHer 3ngrimm gefd^loffen; eine fühn gebogne
9?afe erhöhte baS ©ebieterifche feineg 2lnfehen8; buntle, lange unb bufdhige
aiugenbraunen überfdhatteten bie tleinen, fdhmarjen 2lugen, in melden
eine milbe ®tut brannte. Sr trug ein grüne« SIeib, mit ftarten golbnen
treffen befegt unb an bem Sleibe bligte ein Stern. ®ie Sraut, bte
neben ihm tniete, mar forgföltig, ja mit 'ipra^t angezogen. Sin hiot''
melbtaue« ®eioanb, reid) mit Silber befegt, umfing bie fthlanfe ©eflatt
unb marf fid) in großen galten über bie anmutigen ©lieber, ©n Dias
bem »on Sbetfteinen btigenb, jierte bie btonben Haare. Die höd)fte
9lnmut unb Schönheit ließ fidh in ben obfchon entftetlten 3"9e" ^e«
©eftdht« ertennen. Die leichenhaften SEBangen maren »öüig mie erftarrt;
fein ^ug fiemegte fidh, bie erblaßten Sippen fchienen tot, bie lugen mie
gebrochen, unb bie erfdhlafften Irme hingen »ötlig gerabe an bem ju»
fammengeftmfnen Seibe hinab. So tniete fie, ein Sitb beS ÜobeS, unb
ein furdhtbareS Sntfegen fchien fo Semußtfein mie Seben in einem moht»
thStigen Schlummer fefljuhalten.
Segt erfi entbedte ber ^rebiger ein alte«, häßliche« SÜBeib in einem
frageuhaft bunten Injuge, ben Sopf mit einem blutroten Durban bebectt.