Boekgegevens
Titel: Der Jugendfreund: ein Lesebuch für Schule und Haus
Auteur: Haastert, E.F.L.; Knoest, J.C.
Uitgave: Rotterdam: Nijgh und van Ditmar, 1895
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: Obr. 4292
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200705
Onderwerp: Taal- en letterkunde naar afzonderlijke talen: Duitse taalkunde
Trefwoord: Duits, Leermiddelen (vorm)
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   Der Jugendfreund: ein Lesebuch für Schule und Haus
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erholt fing er milbe an, bem gremben oorjuftetlen, mie fein
3lmt i^m nid^t erlaube, eine fol^e feierliche ^anblung, o^ne Kenntnis
ber 'ißerfonen unb ohne biejenigen görmli^Eeiten, melche bie ©efege
forbern, ju begehen. ®a trat ber anbere brohenb heröor. „Wein §err,
©ie haben bie SBaht, folgen ©ie unb nehmen ©ie bie angebotne
©umme, ober bleiben ©ie hier, aber bann fährt eine Kugel buri^ 3hren
Kopf." ®r hief ihm ein ^iftol t)or bie ©tirne unb ermartete bie 2tnt=
mort. ®er alte ^rebiger erblaßte, erhob fich furchtfam unb ftiUf^meigenb,
fleibete fich fchneü an unb fagte bann: „3ch bin fertig."
®ie fremben hatten jraar bänifdh gefprochen, aber fo, baß man bie
3lu8länber nicht öerfennen tonnte, ©ie gingen jegt f^meigenb in ber
nächtlichen ©title burdh baS ®orf; ber ^rebiger folgte. (58 mar eine
böttig buntle §erbftnacht, benn ber Wonb mar fi^on untergegangen. 2tt8
fie au8 bem Dorfe traten, fah ber öor ©chrecten unb (grftaunen be^
täubte ©reis bie ferne Kirche heö erleudhtet, unb noch immer ftill»
fdhmeigenb fchritten feine Begleiter, in ihre meißen Wäntel gehüHt,
fchneü bur^ bie öbe, fonbige Stäche, mährenb er mühfam unb nadh
bentti^ JU folgen ftrebte. Il8 fte bie Kirdhe erreicht hatten, tjerbanben
fie ihm bie Singen. ®ie bem 'ißrebiger mohlbefannte 5?ebenthür eröffnete
fi^ tnarrenb unb er marb in ein bichteS ©ebränge oon Wenfchen gemalt-
fam hineingeftoßen. Um fich hörte er burch bie ganje Kirche ein ©emur»
mel, in feiner 9?ähe ©efprädhe in einer ihm ööllig unbefannten ©prache.
2Bie er öermutete, mar e8 9iuffifch. Unb at8 er nun mit oerbunbenen
Singen, oon aßen Seiten gebrängt, rattoS unb in großer S3ermir=
rung baftanb, fühlte er fich bon einer |)anb ergriffen unb marb mit
©emalt burch ba8 bichte ©ebränge gejogen. Snbtich mar ba8 SSott,
mie e8 fchien, jurüdgemicheu; man töfte bie SBinbe; er erfannte ben
einen feinet nädhtlichen Begleitet unb fanb fich '"'r bem Slltar ftehenb.
(Sine 9ieihe großer brennenber SBachBli^te in prächtigen filbernen
Seuchtern jierte ben Slttar; bie Kirche fetbft mar buri) »iele Sinter fo
heÜ erleuchtet, baß man bie entfernteften ©egenftänbe erfannte; unb
mar furj »othet, at8 er, erbtinbet in ba8 ©emühl be8 bieten §aufen8
gebrängt marb, ba8 ©emurmet ihm fürdjterlich, fo erfüßte jego bie