Boekgegevens
Titel: Der Jugendfreund: ein Lesebuch für Schule und Haus
Auteur: Haastert, E.F.L.; Knoest, J.C.
Uitgave: Rotterdam: Nijgh und van Ditmar, 1895
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: Obr. 4292
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200705
Onderwerp: Taal- en letterkunde naar afzonderlijke talen: Duitse taalkunde
Trefwoord: Duits, Leermiddelen (vorm)
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   Der Jugendfreund: ein Lesebuch für Schule und Haus
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„O, meine Königin," i'ief ©trnenfee tief ergriffen, „jroeifeln ®ie
nid^t an meiner ®anf6arteit, an meiner (Ergebenheit bi« jum legten
.g)auche ber Seele. Siic^t bie ©efa^ren, melthe mi^ umgeben, furd^te idh;
aber mein tängre« SIeiben mürbe ben §of in eine immer mißtidhre
Sage bringen; i^ mürbe meine Königin mit in ba« eigne SSerberben
hineinreißen. SEßenn fie midh J" bleiben nötigte — njer follte fie be«
fchügen bor ber junehmenben @emalt unfrer gemeinfchaftlichen geinbe!
aSon ^hrera (Semahl," fügte Struenfee leifer hinS", „tonnen ©ie teine
Unterftügung boffen, menn unfre zahlreichen geinbe ftdh oerf^mören unb
9)iitfel unb 2ßege finben, in ®ranbt« ober Serger« Stbmefenheit ben
König mit Sitten unb Drohungen ju beftürmen."
„aßer follte mi^ aber befdjügen, menn ©ie un« berlaffen?" rief bie
Königin bolt lebhafter aingft. „aSem tönnte ich midh anbertrauen! aSer
fotite mir h^tfen, meinen fd)machcn ©influß auf ben König ju behaupten ?
3dh mürbe allein unb berlaffen an biefem §ofe flehen, ein ©pielbaE für
bie 9?änte aüer berer, bie mir einft jum §eite be« Sanbe« entfernten.
Steiben ©ie alfo!" fügte bie gürftin hinju unb eine feuchte aSolte be«
becfte ben (Slanj ihre« blauen 9tuge8.
yjodh jauberte ©truenfee.
„®« möre ni^t mehr 5D?ut, e« möre SöUheit, menn i^ länger ba«
Siuber in fanben behielte."
®a judte bie fchöne Königin hef'ig jufammen, unb im nädhften
Slugenblide ftürjte fte bor bem ÜJJinifter auf bie Kniee, bie ^öube
flehenb emporftredenb.
„Sleiben ©ie, ober ©ie merben mich einem ©chritte jmingen,
welker mein Serberben entfcheibet!" flüfterte fie in hö^fler ®rre»
gung.
©truenfee erfchrat bor biefer Sage, er fannte ben SOJut biefer berehrten
grau; er fürchtete, fte möchte eine Drohung mahrmadhen, bie er nur
!hatb JU berftehen magte, barum hob er bie Knieenbe rafdh empor unb tüßte
mit 3nnigteit ihre §anb.
„@ut," fprach er entfchloffen, „ich werbe auf meinem Soften au«=
harren, möge tommen, ma« ba motte!"