Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
Bekijk als:      
Scan: Afbeeldinggrootte:
   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Vorige scan Volgende scanScanned page
§ 62. Volkstümliclie Vorträge und Vorlesungscyklen. 577
Ferner hat Strafsburg i. E. eine sogenannte Volkshochschule, die
aber eigentlich nur eine Fortbildungsschule für einzelne Berufs-
arten zu nennen und mit den hier in Betracht kommenden Ver-
anstaltungen nicht zu vergleichen ist. Auch die seit 1878 be-
stehende Berliner „Humboldt-Akademie" verdient nicht als eine
Volkshochschule im wahren Wortsinne bezeichnet zu werden. Von
1882—1896 wurden daselbst im ganzen 1028 Vortragscyklen ge-
halten, an denen 25 944 Hörer teilnahmen. Der Kursus besteht
aus etwa 10 Vorlesungen und kostet 5 Mark, für Lehrer, Sub-
alternbeamte, Handwerker, Arbeiter, Studenten und Schüler 3 Mk.;
auch kann Unbemittelten das Honorar gestundet oder gänzlich
erlassen werden. Jedoch nehmen die unteren Klassen an den
Einrichtungen der „Humboldt-Akademie" nur in sehr geringem
Mafse teil: im vierten Quartal 1895 waren unter 1357 Hörern
blols 10 Handwerker und Arbeiter und im ersten Quartal 1896
unter 1145 Hörern 51 Handwerker, Arbeiter und Gärtner,
davon allein 42 Gärtner, nämlich Mitglieder eines Gärtner-
vereins. Die „Humboldt-Akademie" will eigentlich nur für die
Weiterbildung des Mittelstandes sorgen, wenngleich der Eintritt
prinzipiell niemandem verwehrt wird. Das hat klar genug ihr
Generalsekretär Dr. Max Hirsch ausgesprochen, wenn er sagt,
dafs den Volksbildungsvereinen die hochwichtige Fortbildung der
grofsen nur elementar vorgebildeten Klassen gebühre. Den wissen-
schaftlichen Hochschulen falle die wissenschaftliche Fortbildung
der künftigen Staatsdiener und Angehörigen der gelehrten Be-
rufe zu. „Zwischen diesen beiden Klassen und Bildungssphären
steht aber eine zahl- und bedeutungsreiche dritte, hauptsächlich
modernen Ursprungs, welche den höheren leitenden Stellungen
in dem gewaltigen Wirtschaftsgetriebe und der Selbstverwaltung
entspricht, für deren schulmäfsige Vorbildung Staat und Stadt
mehr und mehr durch mittlere und höhere Lehranstalten gesorgt
haben, für deren litterarische Bedürfnisse ein erheblicher Teil der
Presse und des Buchhandels arbeitet, deren Weiterbildung durch
die in ihrer Unmittelbarkeit und Frische unersetzliche mündliche
Lehre aber bisher bei uns fast gänzlich fehlte. Diese Lehre in
systematischer, ernster, echt wissenschaftlicher, aber zugleich an-
regender Weise zu bieten, eine Akademie in alt-athenischem
Sinne, nicht Gelehrte und Staatsdiener, sondern praktisch-ideal-
gesinnte, dem Gemeinwohl zugewandte Bürger bildend, eine Laien-
Hochschule darzustellen — das ist die sicherlich eigenartige und
bedeutsame Aufgabe einer Lehranstalt, wie unsere Humboldt-
Bergemann, soziale Pädagogik. 37