Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 62. Volkstümliclie Vorträge und Vorlesungscyklen. 571
tragsreihen, 41 von 28 Lehrern, angezeigt. Die Gegenstände sind
entnommen der Geschichte, der Litteratur, der Sprachforschung,
der Gesellschaftswissenschaft und der Naturwissenschaft. Dazu
kommen in den nordischen Ländern Europas noch die ländlichen
Volkshochschulen, von denen die dänische Volkshochschule
in Rödding, gegründet 1844 und später nach dem Kriege von
1864 nach Askov verlegt, die erste war: sie wurde ins Leben ge-
rufen von dem Prediger Nikolai Frederik Severin Grundtvig.
In Norwegen entstand die erste derartige Volkshochschule im
Jahre 1864, in Schweden im Jahre 1868, in Finnland erst im
Jahre 1888; aber dasselbe besitzt jetzt bereits 13 ländliche Volks-
hochschulen, 4 mit schwedischer und 9 mit finnischer Sprache.
Jedoch sind alle diese Schulen eigentlich nichts anderes als Fort-
bildungsschulen und dürfen mit der weit höher stehenden Uni-
versitäts-Ausdehnung nicht verwechselt werden.
Diese hat in Europa ferner noch Fufs gefafst in Belgien in
Gent, Brüssel, Lüttich und Brügge; am bedeutsamsten ist die
„Extension universitaire de Bruxelles". Sogar in Rufsland hat
die Universitäts-Ausdehnung ihren Einzug gehalten, und zwar er-
öffnete die „Gesellschaft der Naturforscher" an der neurussischen
Universität in Odessa im Herbst 1895 volkstümliche Vorlesungen
über Naturwissenschaften und Mathematik. Auch in Kasan, Kiew
und Moskau hat man mit volkstümlichen Vorträgen begonnen.
Wegen der weiten Ausdehnung des Landes und der noch mangel-
haften Verkehrsverhältnisse ist jedoch die University-Extension in
Rufsland im wesentlichen auf die Universitätsstädte selbst be-
schränkt und kann nicht leicht darüber hinaus vordringen. Um
jedoch auch in die fernabliegenden Ortschaften Bildung und Auf-
klärung zu tragen, hat sich im Zusammenhang mit der „Section
Scolaire de la Société pour la propagation des sciencens techniques"
im Jahre 1893 in Moskau eine „Commission de lectures systémati-
ques" gebildet, welche lehrreiche Bücher verbreitet, aufserdem
aber auch volkstümliche Vorlesungen in Provinzstädten veranstaltet :
bisher wurden in 6 Städten 10 Lehrgänge und in 16 Städten 36
Einzelvorträge gehalten. Der erste ausführhche Bericht über die
Thätigkeit der Kommision ist vor kurzem in französischer Sprache
erschienen und zwar in zwei Broschüren: „Extraits des Programmes
et Règlement de la Commission de Lectures Systématiques" und
„Notice sur la Commission de Lectures Systématiques à Moscou".
— In der Schweiz bestehen volkstümliche Vorlesungen in Bern
seit dem Winter 1895/96 und in Zürich seit Oktober 1896. Für