Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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566 IV. Teil. Kinderscliutz und Volkserzieliung.
Zeit hindurch ganz in der Atmosphäre der Universität zu ver-
weilen, mit den Lehrern zu verkehren, die Laboratorien, Samm-
lungen und Bibliotheken zu benützen, was alles, auch für die am
Orte befindlichen Volksstudenten, aufserhalb der Ferien, bei An-
wesenheit der eigentlichen Studenten, nicht oder doch nicht in
dem Mafse möglich ist, wie während der Ferien. Diese Einrichtung
verdient sicherlich Nachahmung; der eifrige Volksstudent wird
gewifs gern von ihr Gebrauch machen, um die Kontinuität seiner
Studien sich zu wahren: Lektüre allein reicht dazu ja nicht immer
aus. Für diejenigen, welche das nämliche Bedürfnis haben, jedoch
nicht an solchem Sommerkurse teilnehmen können, empfiehlt sich
die Einführung brieflichen Unterrichtes während der Sommer-
monate nach englischem und amerikanischem Muster. Nach dem
Oxforder Rundschreiben kann ein solcher Briefwechsel die Form
von Fragen annehmen, welche der Dozent kurz zu beantworten,
oder die des Aufsatzes, den er mit kurzen Anmerkungen zurück-
zusenden pflegt. Aufserdem können jedem Aufsatze noch ein oder
zwei Fragen, die nur kurze Antworten erfordern, beigelegt werden.
Als heikelste und mit der gröfsten Verantwortlichkeit ver-
bundene Pflicht der Zentrale muls wohl die Auswahl tüchtiger
Lehrkräfte betrachtet werden. Vielerlei Anforderungen sind an
einen Volkshochschullehrer zu stellen. Er mufs eine gute Körper-
konstitution haben, um die Strapazen vielfachen Herumreisens und
den häufigen Wechsel in Wohnung und Nahrung ohne Schaden
für seine Gesundheit ertragen zu können. Er mufs ein Mann von
Gelehrsamkeit und umfassender Allgemeinbildung sein. Er mufs
für die Sache der Volksbildung begeistert sein und es verstehen,
nicht blofs Wissen zu übermitteln, sondern auch seine Hörer zum
Nachdenken und Selbststudium anzuspornen. Kurz: er mufs nicht
nur ein Gelehrter, sondern auch ein guter Lehrer sein, ,ein Mann
von scharfem psychologischen Blicke und der raschen Fähigkeit
sich anzupassen und die Bedürfnisse seiner Zuhörer zu verstehen
und aus der Fülle seiner konkreten Erfahrung heraus diejenigen
Erläuterungen zu geben, ohne die aller populäre Unterricht un-
verstanden bleibt. Er mufs teilnehmend und geduldig sein und
wissen, dafs es den Zweck seiner Belehrung aufheben hiefse, wenn
er die Gefühle eines empfindlichen Zuhörers verletzen wollte, wie
ungebildet oder ungeschickt derselbe auch sein mag", wie Rüssel
einmal treffend sagt. Endlich mufs er auch ein Mann sein, dessen
Charakter makellos ist, ein Mann von unangetasteter moralischer
Tüchtigkeit, ohne die er niemals mit der für einen Volkslehrer