Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 62. Volkstümliclie Vorträge und Vorlesungscyklen. 563
eine besondere pädagogische Anleitung gehört, kann nicht in
Zweifel gezogen werden. So läfst sich die Aufgabe der Ver-
anstaltungen, welche wir hier ins Auge zu fassen haben, dahin
bestimmen, dafs man sagt: die volkstümlichen Vorträge und Vor-
tragscyklen sollen die intellektuelle Bildung der nicht-wissen-
schaftlich Gebildeten in allen den Gegenständen fördern, welche
als Bestandteile moderner Geistesbildung gelten, abgesehen von
den ganz elementaren, wie Lesen, Schreiben, Rechnen, und von
den nur für Gelehrsamkeit in Betracht kommenden, wie Mathe-
matik, Philosophie, Sprachen, und sie in den Stand setzen, sich
gegebenen Falls als Erzieher tüchtig zu erweisen. Dennoch möchte
ich sprachliche und mathematische Belehrungen nicht ganz missen;
sie könnten als fakultative Fächer im Lehrplane vorgesehen werden
mit Rücksicht auf solche Personen, welche sich einem anderen
Berufe zuwenden wollen, weil sie zu der Einsicht gekommen sind,
dafs der ergriffene nicht der für sie passende ist, oder die als für
die wissenschaftliche Laufbahn geeignet noch nachträglich erkannt
werden. Auch ist, welche Erfahrung ich in Jena gemacht habe,
bei manchen Arbeitern geradezu das Bedürfnis nach mathematischen
Belehrungen vorhanden, z. B. bei Optikern und Mechanikern, um
sich besser in der für ihren Beruf in Betracht kommenden Litte-
ratur orientieren zu können. Alle auf das aufgestellte Ziel hin-
strebenden Veranstaltungen kann man zusammenfassen unter dem
Namen der Volkshochschule.
Bei deren Organisation müssen folgende Punkte unsere Auf-
merksamkeit besonders in Anspruch nehmen: Einrichtung von
Haupt- und Nebenstellen, Gewinnung geeigneter Lehr-
kräfte, Wahl der passendsten Zeit und Festsetzung der
besten Art und Weise des unterrichtlichen Betriebes.
Es ist selbstverständlich, dafs nicht in jeder Stadt eine Volks-
hochschule errichtet werden kann; vielmehr wird es sich darum
handeln müssen, einige zu begründen, welche als Zentralen zu
gelten haben, und denen es obliegt, nicht nur in dem Orte ihres
Bestehens wirksam zu sein, sondern auch die umliegende Gegend,
Stadt und Land, mit geistiger Nahrung zu versehen. Dals solche
Zentralen zu sein blofs Orte von grofser geistiger Regsamkeit,
anerkannte Bildungszentren geeignet sind, leuchtet von selbst ein.
Am besten ist diese Voraussetzung in solchen Orten erfüllt, welche
eine Gelehrtenhochschule besitzen, an welche die Volkshochschule
angeschlossen werden kann, wie dies in England, Amerika,
Australien der Fall ist. Die erforderlichen Geldmittel aufzu-
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