Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 58. Von sonstigen sozialen Mifsständen herrührende Gefahren. 529
nebenan genügen sollte, Mann, Frau und 4 Kinder; drei davon
waren noch klein, das älteste war das Mädchen bei der Flickarbeit.
Grau, elend, verkommen sah auch das Weib aus, wie alles, was
hier lebte und webte." Ein Keller, der früher als Kohlenkeller
gedient hatte, war die Wohnung einer Frau mit 4 Kindern. In
einem anderen, tief unter der Erde liegenden Keller, mit welchem
noch ein etwa 3 Quadratmeter grofses dunkles Loch in Verbindung
stand, das aber nur ein Fenster hatte und so niedrig war, dafs
man ganz bequem die Decke mit der Hand erreichen konnte,
lebten 4 Menschen, die Mutter mit 2 Kindern und noch ein Schlaf-
bursche, und dabei war nur eine einzige Bettstelle vorhanden.
Diese „Wohnung" kostete 90, jene 84 Mark pro Jahr! In einer
Mietskaserne in der innern Stadt in München dient das Dach-
geschofs, ursprünglich für 4 Wohnungen berechnet, 6 Familien
mit 17 Kindern unter 4 Jahren und 5 Schlafburschen, zusammen
41 Personen, als Wohnung. Für sämtliche 41 Personen ist ein
Abort vorhanden; Anteil von Keller, Speicher oder Waschhaus hat
keine der Parteien. Die eine Wohnung, bestehend aus 3 Stuben
und Küche und 85,9 Kubikmeter grofs, hat ein lungensüchtiger,
todkranker Mann mit einer achtköpfigen Familie und einem After-
mieter inne. Eine andere Wohnung, bestehend aus 3 Zimmern,
einer Kammer und Küche und 125,7 Kubikmeter grofs, wird von
zwei Familien bewohnt: die eine ist die Familie eines Schmiede-
gesellen mit 7 Kindern und 2 Schlafburschen, dieselbe hat 2 Zimmer
von 92,6 Kubikmeter Gröfse als Wohn-, Koch- und Schlafraum.
Im*) Jahre 1894 fand in Lausanne eine Wohnungsaufnahme
statt, welche den Zweck hatte, den Einflufs der Wohnungsverhält-
nisse auf den Gesundheitszustand nachzuweisen. Diese Aufnahme
erstreckte sich auf 34252 Einwohner, deren Wohnungen nach ihrer
Beschafl'enheit in 5 Gruppen geordnet wurden. Es betrug die durch-
schnittliche Jahresmiete
I II III IV V
für den Wohnraum: 463 351 311 288 247 Francs,
für das Kubikmeter: 10,61 8,81 8,65 8,24 7,36 ,
für den Bewohner: 551 363 317 273 199
Auf jeden Bewohner kamen durchschnittlich
Wohnräume: 1,10 1,03 1,02 0,95 0,81
Kubikmeter: 52,00 41,20 36,60 33,10 27,20
Auf 1000 Lebende kamen im Jahre 1894
Gestorbene: 11,64 14,35 17,28 22,34 27,81.
*) Vergleiche zum Folgenden: „Deutsche Schule." I. Jahrg. 4. Heft.
Bergemann, Soziale Pädagogik. 34