Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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490 III- Teil. Der tlieoretiaclie Aufbau der sozialen Erziehnngslehre.
führt man die Kinder allmählich an der Hand sinnlich wahr-
nehmbarer Merkmale, alten Hausgerätes, alter Kleidungsstücke,
alter Gebäude u. dgl. m., rückwärts in die Vorzeit. Nachdem so
ihr Interesse für die Geschichte erweckt worden ist; nachdem sie
so Verständnis für geschichtliches Geschehen mit Hilfe der An-
schauung des Wandels und Wechsels, der sich im Laufe der Zeit
an und mit allem vollzieht, gewonnen haben, kann man erst mit
ihnen den Weg von der Vergangenheit zur Gegenwart einschlagen.
Den Ausgangspunkt bildet die Schilderung der Zustände in
Germanien zur Zeit des Tacitus; darauf folgt die Periode der Aus-
breitung der germanischen Stämme über das weströmische Reich,
der Bildung der romanischen Sprachen und Nationen und der
Verteilung Europas unter germanische, romanische und slavische
Völker. Dabei bietet sich die Gelegenheit, die Kultur Roms und
vornehmlich die Griechenlands, die Quelle jener, zu besprechen;
auch findet jetzt die israelitische Kultur nach ihrer ethisch-religiösen
Seite hin Berücksichtigung. Kurze Ausblicke auf die phönizisch-
karthagische und ägyptische Kultur dienen zur Erläuterung ein-
zelner Erscheinungen in der Kultur des alten Hellas und Roms.
Danach ist zur Kultur des frühen Mittelalters überzugehen, wobei
als Exkurs eine Betrachtung der Kultur der Araber und ihrer
Bedeutung für die Entwickelung der europäischen nicht fehlen
darf. Hieran schliefst sich die weitere Geschichte des Mittel-
alters, worauf das Zeitalter der Entdeckungen folgt. Dabei ist
nicht zu versäumen, die Kultur aulsereuropäischer Völker, soweit
dieselbe auf die europäische fördernd eingewirkt hat, in den Bereich
der Betrachtung zu ziehen. Weiterhin kommen die Kultur der
Renaissance und des Reformationszeitalters, ferner der Zeit des
dreifsigjährigen Krieges u. s. f. bis auf die Neuzeit in Betracht.
Beständig mufs dabei der Einflufs berücksichtigt werden, den die
anderen europäischen Völker auf die Gestaltung der Kultur des
deutschen Volkes ausgeübt haben. Mit diesen geschichtlichen sind
die geographischen Belehrungen, soweit das ungezwungen möglich
ist, zu verbinden, und mit diesen lassen sich teilweise wieder die
naturkundlichen verknüpfen, um die Beziehungen ins rechte Licht
zu setzen, welche zwischen Kultur und Natur, der kulturellen
Entwickelung und den natürlichen Lebensbedingungen bestehen.
Das ist der Zweck einer solchen Verknüpfung; von einer Kon-
zentration im Sinne der Herbartianer ist dabei gar keine
Rede, von einer solchen will ich durchaus nichts wissen.
Einzuteilen ist der gesamte, für die Zeit vom sechsten Schul-