Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 53. Die Auswahl und Anordnung der Unterrichtsstoffe. 485
Solidarität zu kräftigen. — Fassen wir zusammen, so ergeben sich
also als Gegenstände des Schulunterrichtes die folgenden: Ge-
schichte , Gesellschaftskunde (Staats-, Rechts- und Wirtschafts-
kunde), moralische und religiöse Belehrungen, Natur- und Erd-
kunde, Mathematik (bezw. Rechnen) und Sprachlehre (auch fremde
Sprachen), einschliefslich Lesen, Schreiben und Litteratur.
Diese Gegenstände kommen jedoch mit Ausnahme des
Rechnens, Lesens und Schreibens für den Schulunterricht blofs
vom sechsten Schuljahre an in Betracht, für die ersten fünf
Schuljahre, also für die allgemeine Volksschule, ist davon nichts
aufser den genannten drei Fächern verwendbar. Und zwar mufs
bezüglich des Schreibunterrichtes noch besonders bemerkt werden,
dafs es dabei keineswegs auf Schönschreiben ankommt. Der Lehrer
hat sich vielmehr damit zu begnügen, dafs die Kinder sich eine leicht
lesbare, eine deutliche Handschrift aneignen. Der übliche Schön-
schreibeunterricht ist im grofsen und ganzen nur Zeitvergeudung,
da die erzielten Resultate zumeist in gar keinem Verhältnis zu
den für ihn angesetzten Lehrstunden und der aufgewandten
Mühe und Arbeit stehen. Die geschichtlichen, gesellschafts-,
natur- und erdkundlichen Belehrungen treten in der allgemeinen
Volksschule in Gestalt der Heimatkunde auf Sprachlehre
als Grammatik und Litteraturkunde, Moral und Religion fallen
ganz weg; denn für dergleichen ist der Schüler jetzt ja noch gar
nicht reif. Und auch die genannten Gegenstände entsprechen
seinem Verständnisse eben nur, wenn das Material, um welches
es sich dabei handelt, von ihm direkt angeschaut werden kann.
Gehört doch das Interesse des Kindes jetzt noch ganz und gar
dem, was im Bereiche seiner unmittelbaren sinnlichen Wahr-
nehmung liegt. Diesem Interesse mufs der Unterricht entgegen-
kommen und ihm Gerechtigkeit widerfahren lassen, was dadurch
geschieht, dafs das Kind die heimische Natur und die heimische
Kultur nebst ihrer Geschichte in den ersten fünf Schuljahren
gründlich kennen lernt. Eine strenge Scheidung der einzelnen
StofEreihen ist kaum möghch und auch gar nicht nötig, aber es
lassen sich im grofsen und ganzen doch drei Hauptabteilungen,
drei Stufen unterscheiden, indem auf der Unterstufe, im ersten
Schuljahre, vornehmlich Tier- und Pflanzenwelt und die an-
organischen Produkte der Heimat ganz im allgemeinen, auf der
Mittelstufe, im zweiten und dritten Schuljahre, das Menschen-
leben der Heimat als unmittelbar gegebenes und auf der Oberstufe,
im vierten und fünften Schuljahre, mehr in seinen ge-