Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 52. Das formale Ünterrichtsschema. 475
schildere den Schülern jene Gegenden so anschaulich und lebendig
wie möglich. Solcher Unterricht erfüllt seinen Zweck; dabei
lernen die Kinder, während sie ihr Wissen bereichern, denken.
Solcher Unterricht hält das Interesse stets wach und rege; der
schablonenmäfsige Unterricht der Herbartianer, bei welchem der
Stoff in dem Rahmen der Formalstufen und in der üblichen Reihen-
folge: Lage, Gröfse, Grenzen, horizontale und vertikale Gliederung,
Bewässerung, Klima, Produkte und Bewohner eines Landes, lang-
sam durchgearbeitet wird, vernichtet, tötet das Interesse.
Was die Stufen der Assoziation, Verknüpfung oder Ver-
gleichung und des Systems, der Ordnung oder Zusammenfassung
betrifft, so ist Folgendes zu sagen. Bei der Behandlung eines
Gegenstandes hat die Vergleichung ihren Platz nicht hinter, son-
dern vor oder in der Darbietung, indem man von einem bekannten
ähnlichen Gegenstande oder auch von mehreren ausgeht oder zur
Erläuterung dieser und jener Punkte des neu Gebotenen auf ver-
wandte Erscheinungen hinweist. Die Herbartianer betonen die
Unerläfslichkeit der nachhinkenden Vergleichung aus zwei Grün-
den: „erstens, damit Zusammenhang, Übersicht, Einheit in den
Gedankenkreis gebracht werde, und zweitens, damit sich aus dem
Besonderen, Einzelnen das Allgemeingiltige, Wesentliche aus-
sondere", was dann auf der vierten Stufe streng begrifflich formu-
liert und in das bereits gewonnene „Begriffssystem" eingereiht
werden soll. Der erste Grund ist nicht hinreichend, um die Ver-
gleichung als besondere Unterrichtsstufe auftreten zu lassen; der
gewünschte Erfolg wird schon erreicht durch die, auf die An-
kündigung hin erfolgende Reproduktion und die Darbietung mit
ihren Hinweisen auf Verwandtes. Desgleichen ist eine Stufe der
Zusammenfassung ganz überflüssig: als Abschlufs der Wieder-
holung des Gebotenen wird dessen Inhalt nochmals, in einen
kurzen Satz zusammengedrängt, wiedergegeben. Sofern es sich
aber um eigentliche Systematisierung und um den zweiten der
obigen Gründe handelt, so sind das Dinge, welche noch nicht am
Platze sind, wenn die einzelnen Glieder einer Lehrstoffreihe durch-
genommen werden, sondern erst dann, wenn man am Ende der
Reihe angelangt ist. Wer einen richtigen Begriff von dem Wesen
der vergleichenden Methode hat und wahrhaft ihren Wert zu
schätzen weifs, dem leuchtet das ganz von selbst ein. Erst nach
Durcharbeitung der ganzen Reihe ist ein wirklich ausreichendes
Material für die Vergleichung zwecks Ermittelung des Wesent-
lichen, Allgemeingiltigen, Gesetzmäfsigen gegeben. Um z. B. die