Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
Bekijk als:      
Scan: Afbeeldinggrootte:
   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Vorige scan Volgende scanScanned page
470 III- Teil. Der tlieoretiaclie Aufbau der sozialen Erziehnngslehre.
zwei Hauptakte zerfalle: 1. Gewinnung der Anschauungen, des
konkreten Vorstellungsmaterials, 2. Entwickelung des Begrifflichen
aus den anschaulichen Stoffen. Dementsprechend fallen dem
Unterricht zwei Hauptaufgaben zu: 1. dem Zögling ist „der kon-
krete Stoff der Lehreinheit" vorzulegen, darzubieten; 2. es ist
durch geeignete unterrichtliche Veranstaltungen für die Entnahme
des Begrifflichen aus diesem Stoffe Sorge zu tragen. Gemäfs dieser
Ansicht sind zunächst zwei formale Stufen des Unterrichts zu
unterscheiden: die Stufe der Anschauung und die Stufe der be-
grifflichen Erfassung. Indem man jedoch weiterhin argumentiert
wie folgt, fügt man noch eine dritte formale Stufe hinzu. Man
sagt nämlich: nicht nur dafs Begriffe ohne Anschauungen leer
sind, sondern es ist auch zu bedenken, dafs Begriffe ohne mannig-
fache Anwendung tot und unfruchtbar sind. Dem wahren Gange
der Erkenntnis gemäfs, den der Unterricht nachzuahmen hat, mufs
daher als dritte formale Stufe die der Anwendung aufgestellt
werden. Jedoch auch damit begnügt man sich noch nicht, sondern
man zerlegt die erste und zweite Stufe in je zwei, so dafs sich
schliefslich fünf formale Stufen ergeben. Die Überlegungen,
welche dazu führen, sind diese. Da das Neue nur dann zuver-
lässig vom Geiste aufgenommen und angeeignet wird, wenn es zu
dem schon vorhandenen Gedankenkreise in Beziehung steht, so
hat man die Stufe der Anschauung in zwei Unterstufen zu zer-
legen, in „die Analyse, welche die bereits vorhandenen Vorstel-
lungen, die zu dem neuen Stoffe in Beziehung stehen oder in ihm
enthalten sind, weckt, klärt und ordnet, und die Synthese, welche
durch Darbietung des Neuen das schon vorhandene Wissen er-
gänzt, berichtigt, erweitert und vertieft." Bezüglich der zweiten
Hauptstufe, der Stufe der begrifflichen Erfassung, stellt man fol-
gende Betrachtung an. Da blofs das geordnete und zusammen-
hängende Wissen in der rechten Weise funktioniert, so ist die
Stufe des Begriffes auch wieder in zwei Unterstufen zu zerlegen,
in „die Assoziation, welcher die Bildung der Begriffe obliegt, und
das System, welches das erworbene begriffliche Wissen ordnet
und mit dem Zusammengehörigen nach dem Vorbilde der Wissen-
schaft verbindet." So ergeben sich endlich die folgenden fünf
formalen Stufen: 1. die Stufe der Analyse oder der Vorbereitung,
2. die Stufe der Synthese oder der Darbietung, 3. die Stufe der
Assoziation oder der Verknüpfung, 4. die Stufe des Systems oder
der Ordnung, 5. die Stufe der Methode oder der Anwendung.
Gewissermafsen als Vorstufe kommt dann noch die „Ziel-