Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 50. Das formale Unten-ichtsschema. 4o3-
eine andere als Menzel, Lessing eine andere als Goethe. Ist die
eine weniger zweckentsprechend und wertvoll als die andere?
Was diesen Künstlern recht, das ist den Künstlern der Schulstube
billig. Gewisse allgemeine Normen, innerhalb derselben jedoch
freie Bewegung gemäfs dem individuellen Taktgefühl, das den
einen dieses den anderen jenes Mittel, um zum Ziele zu gelangen,
wählen läfst. Man kann nur dringend raten, dafs der Lehrkünstler
sich ja nicht von dem Wege, der seiner Individualität am besten
liegt, ihm dieser zufolge der sympathischste ist, abbringen lasse,
weil irgendwelche „Methoden-Fexe" ihre Manier als die allein-
seligmachende anpreisen. Jeder beherzige vielmehr die Worte
eines hochverdienten Berhner Schulmannes, der einmal etwa Fol-
gendes sagte: „Ich störe keinen Lehrer in seinem Verfahren, so-
bald er dasselbe mit Fleifs und Treue handhabt. Jeder Unter-
richtende pflegt sich seine eigene Lehrweise zu bilden, und er
erreicht mit ihr mehr als mit einer noch so sehr gerühmten, die
ihm nicht liegt." Gebunden ist der Lehrer eben blofs an die
Psychologie, aber an die wahre, nicht an die papierne, an die
der wirklichen, mannigfaltigen Erfahrung entsprechende, welche
lehrt, dals viele Wege nach Rom führen, nicht blofs eine einzige
Heerstrafse. Wenn ich in meinem Schema alle die schönen Dinge,
wie „Verknüpfung", „Ordnung" und „Anwendung", nicht aufge-
nommen habe, so geschah es, weil sie nicht in ein formales
Schema gehören. Einmal sind sie platte Selbstverständlichkeiten;
„Verknüpfung" und „Ordnung", „Assoziation" und „System"
müssen natürlicher Weise allem Unterrichte zu Grunde liegen:
das ist so klar und ganz von selbst einleuchtend, dafs man dar-
über gar kein Wort weiter zu verlieren braucht. Im grofsen Stile
aber kann davon erst die Rede sein, wenn ein sehr weites Stoff-
gebiet derselben Art durchgearbeitet worden ist; sonst hat die
ganze Manipulation keinen Sinn, sondern ist blofs ein leeres
Fechterkunststückchen. Nach der Arbeit eines Semesters, eines
Jahres, bei einer grofsen abschliefsenden General-Wiederholung
ist dergleichen am Platze, ohne dafs ich dafür jedoch solche ge-
schraubte Kunstausdrücke gebrauchen möchte. Vielmehr sage ich
schlicht, dafs dann der Lehrer das Wichtigste aus dem ganzen
betreffenden Stoffgebiete in einigen knappen Sätzen übersichtlich
zusammenfassen soll: solch Résumé thut gewifs seine trefflichen
Dienste. Und was die Anwendung betriift, so soll eben, wie er-
wähnt, nichts geboten werden, was nicht fort und fort im Unter-
richte, bald so bald so, das eine Mal dieses das andere Mal jenes
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