Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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446 III- Teil. Der tlieoretiaclie Aufbau der sozialen Erziehnngslehre.
standekommen klarer Einzel-Vorstellungen und ihrer
der Welt-Wirklichkeit entsprechenden Beziehungen und
die Entwickelung aller dabei eine Rolle spielenden in-
tellektuellen Bedingungen angelegen sein lasse.
Aufser den genannten primären giebt es nun noch eine Reihe
von sekundären Bedingungen, welche ebenfalls Berücksichtigung
erfahren müssen; es sind das die verschiedenen, zu einem Urteils-,
Denk- oder Bedeutungsverlaufe als Endresultat führenden, uns
schon bekannten Vorstellungsverläufe: nämlich 1. der Wahr-
nehmungs - Verlauf, hervorgerufen durch den Wechsel der
Wahrnehmungs-Vorstellungen; 2. der Erinnerungs-Verlauf,
beruhend auf dem Wechsel von, durch erinnerte Objekte gegebenen
Vorstellungen; 3. der Einbildungs-Verlauf oder die Phantasie,
ein Verlauf von Vorstellungen, in welchem die einzelnen Glieder
aus Elementen der Erinnerung neu geformt sind; 4. endlich der
Abstraktions-Verlauf, dessen Glieder abstrakte Einzel- und
Allgemein-Vorstellungen sind, von denen die letzteren aus den
gemeinsamen Merkmalen verschiedener Gegenstände bestehen, wäh-
rend die ersteren aus den konstanten Merkmalen eines und des-
selben Gegenstandes zusammengesetzt sind. Diese verschiedenen
Vorstellungs-Verläufe ermöglichen durch ihr Zusammenwirken und
Ineinandergreifen das Zustandekommen des Bedeutungs-Ver-
laufes. Die Grundbedingung dafür ist gegeben durch den, un-
mittelbar auf der sinnlichen Anschauung beruhenden Wahr-
nehmungs-Verlauf. In ihm tritt uns die Bedeutung der Gegen-
stände der uns umgebenden Welt direkt entgegen. Aber damit wäre
noch herzlich wenig geholfen, wenn wir nicht imstande wären,
diese Gegenstände uns auch, ohne dafs sie in unsere Wahrnehmung
treten, vorzustellen. Dadurch, dafs wir dazu befähigt sind, ist
uns erst die Möglichkeit geboten, ihre Bedeutung uns zum klaren
Bewufstsein zu bringen, was ja bei dem raschen Wechsel der
Wahrnehmungen ganz ausgeschlossen ist. Und die Bedeutungen
der Dinge nicht klar erfassen können, das heifst, auf der Stufe
der Tierheit stehen bleiben. Uber diese Stufe erheben wir uns
mit Hilfe der freien Erinnerung, deren Möglichkeit, wie wir
wissen, einzig und allein durch die Sprache gegeben ist. Die Art
des Zustandekommens des Erinnerungs-Verlaufes ist natürlich ab-
hängig von dem Gedächtnis, seiner Zuverlässigkeit und Stärke.
So besteht also wie zwischen der sinnlichen Anschauung und dem
Wahrnehmungs-Verlaufe auch zwischen dem Gedächtnis und dem
Erinnerungs-Verlaufe eine enge Beziehung, und endlich ist eine