Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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444 III- Teil. Der tlieoretiaclie Aufbau der sozialen Erziehnngslehre.
mich geäufsert habe, haben sich erfreulicher Weise auch viele
Arzte und Schulmänner in einer zahlreich besuchten gemeinsamen
Sitzung der Abteilung für Kinderheilkunde, Hygiene, Nervenheil-
kunde und für mathematischen und naturwissenschaftlichen Unter-
richt auf der Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte
im Herbste 1899 in München ausgesprochen im Anschlufs an die
eingehenden Referate des Kinderarztes Dr. Schmid-MoHnard
(Halle) und des Dr. phil. G. Herberich (München).
Die Tertiärschule schliefslich, die dritte und oberste Etage
des gesamten Schulbaues, besteht, worauf ich hier nur ganz kurz
hinzuweisen brauche, da es sich dabei nicht mehr um das Gebiet der
eigentlichen Erziehung handelt, einerseits aus den Fachhochschulen
für die Abiturienten des Gymnasiums, Universität, Polytechnikum,
Forstakademie u. dgl. m., den niederen Fachschulen für die Abi-
turienten der Bürgerschule, Landwirtschafts-, kaufmännische Schulen
u. a. m., und endlich der Volkshochschule für diejenigen, welche
die Volks- und die Fortbildungsschule besucht haben und gern
noch weitere Anregung empfangen, sich gern noch weitergehende
Kenntnisse aneignen möchten. Von der Volkshochschule werde
ich noch im vierten Teile ausführlicher zu sprechen haben.
Die innere Gestaltung des Unterrichtes.
Der Unterricht wendet sich an den Intellekt des Zöglings.
Sein Zweck besteht darin, Kenntnisse zu übermitteln, so zwar, dafs
auch die intellektuellen Fähigkeiten als solche entwickelt werden.
Seine Aufgabe ist somit eine doppelte, nämlich die materiale
und formale Geistesbildung nach der intellektuellen Seite hin.
Die Frage ist nun die, wie der Unterricht zu gestalten ist, damit
er sein Ziel erreiche. WiU man diese Frage in ihrem vollen Um-
fange beantworten, so ist dabei auf zweierlei Rücksicht zu nehmen,
nämlich einmal auf die Auswahl und innere Anordnung der
Stoffe, welche man für geeignet hält, um dem Intellekt einen
wertvollen Inhalt zu geben, zum anderen darauf, wie diese Stoffe
unterrichtlich zu verarbeiten sind, damit neben der materialen
auch die formale Bildung zu ihrem Rechte komme; damit, kann
man auch sagen, nicht blofs gedächtnismäfsige Aneignung von
Kenntnissen stattfinde, sondern auch geistige Regsamkeit erzielt,
damit nicht nur Wissen, sondern auch Erkenntnis erzeugt werde.