Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 48. Die Organisation der öffentlichen Erziehung. 441
diese Normalzahl so anzusetzen: 30—35 Schüler für die unteren,
25—30 Schüler für die mittleren und 20—25 Schüler für die
oberen Klassen. Bei Überschreitung der Maximalzahl mufs un-
bedingt, bei Überschreitung der Normalzahl kann Klassenteilung
eintreten. Ferner ist zu bedenken, dafs die anstrengende geistige
Arbeit der Schüler wie der Lehrer mehrere längere Ruhepausen
im Jahre durchaus erforderlich macht: namentlich in der heilsen
Zeit sind längere Ferien ein unabweisliches Bedürfnis. Es scheint
daher sich als beste Einrichtung die zu empfehlen, welche teil-
weise bereits an süddeutschen Schulen besteht, nämlich die grofsen
Ferien von Mitte Juli bis Mitte September anzusetzen. Auch ist
es im Anschlufs an diese Einrichtung das Geeignetste, das Schul-
jahr am 15. Juli zu schliefsen und am 15. September zu beginnen.
Im Hinblick auf die schweren Gefahren, welche geistige Überan-
strengung, die Überbürdung der Schüler im Gefolge hat, sind die
wissenschaftlichen ünterrichtsstunden und die häuslichen schrift-
lichen Arbeiten zu beschränken und alle Übergangs- und Ver-
setzungsprüfungen abzuschaffen. Auch das Abiturienten-
Examen, welches an der Bürgerschule und dem Gymnasium in
Betracht kommt, ist gegenüber den bisherigen Gepflogenheiten
wesentlich zu erleichtern. Vor allem darf es nicht mehr wie bis-
her eine, mit einem grofsen offiziellen Apparat in Scene gesetzte
Prüfung mit einem besonderen Regierungskommissar an der Spitze
der Prüfungskommission, sondern es soll einfach eine Abschlufs-
prüfung sein, welche nur vor den Lehrern abzulegen ist. Auch
empfiehlt es sich, bei zufriedenstellenden Jahresleistungen und ge-
nügenden schriftlichen Examens-Arbeiten den Schülern die münd-
liche Prüfung ohne weiteres zu erlassen. Was die wissenschaft-
lichen Ünterrichtsstunden betrifft, so dürften im Durchschnitt als
wöchentliches Maximum anzunehmen sein: für die allgemeine
Volksschule 13, die Volksschule 20, die Bürgerschule und das
Gymnasium 24. Für die Fortbildungsschule, deren Schüler ja
gleichzeitig ihre Lehrzeit bei einem Handwerksmeister u. s. f. durch-
machen, ist diese Zahl natürlich zu hoch. Man wird für die
Fortbildungsschüler nicht gut mehr als 10 regelmäfsige wissen-
schaftliche Lehrstunden ansetzen können, etwa in der Weise:
Moral und Gesellschaftskunde . . 2 Stunden,
Geschichte und Geographie ... 2 ,
Deutsch ;...............2
Naturkunde.............2 ,
Rechnen und Raumlehre.....2 ,