Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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440 III- Teil. Der tlieoretiaclie Aufbau der sozialen Erziehnngslehre.
wahren.*) — Alsdann möchte ich auch dafür eintreten, dafs bei uns,
wie z. B. in den Ländern angelsächsischer Zunge, den Schülern
in jeder Woche noch aufser dem Sonntag ein schulfreier
Tag gewährt werde. Der Sonntag soll ja ein Ruhetag sein; eines
solchen bedürfen auch die Kinder. Jener andere schulfreie Tag
aber soll dazu bestimmt sein, längere Wanderungen und Ausflüge
zu unternehmen, soll überhaupt gemeinsamen körperlichen Übungen
und Spielen gewidmet sein. Das ist ein gutes Gegengewicht gegen
die geistige Arbeit in der Schule und befördert die körperliche,
die intellektuelle und die moralische Gesundheit. Wenn man etwa
dagegen einwirft, dafs alles, was ich angegeben habe, auch am
Sonntag vorgenommen werden und geschehen könne, so mufs ich
nochmals betonen, dafs der Sonntag ein Ruhetag sein soll, und dafs
die Kinder eines solchen durchaus bedürfen: sie brauchen eine gründ-
liche Ausspannung nach der geistigen Arbeit der Schule in der ab-
gelaufenen Woche und um frisch und rege für die ihrer in der neuen
harrende Anstrengung zu sein. Ein Tag aber, ausgefüllt mit gröfser
körperlicher, mit gröfser Muskelanstrengung, bedeutet, wie uns
ebenfalls die Ermüdungsmessungen gelehrt haben, keine Ausspannung.
Da die Kinder jedoch eine solche tüchtige Muskelanstrengung als
Gegengewicht gegen die geistige Anstrengung nötig haben, so folgt
daraus die Berechtigung eines zweiten schulfreien Tages in der
Woche. Dazu eignet sich am besten der Sonnabend; am darauffolgen-
den Sonntage können sich die Schüler dann ausgiebig genug erholen
sowohl von der geistigen als auch von der körperlichen Anstrengung,
sofern der Sonntag wirklich als Ruhetag eingehalten wird.
Endlich sind noch folgende Punkte bezüglich der äufseren
Gestaltung des Schulunterrichtes zu erwähnen. Da die Arbeit des
Lehrers nur von geringen Erfolgen begleitet ist, wenn die Klassen
überfüllt sind, so mufs eine obere Grenze für den Besuch der-
selben angesetzt und auch vor allen Dingen streng innegehalten
werden. Die Erfahrung spricht dafür, dafs bei einer Schülerzahl
von mehr als 40 pro Klasse der Durchschnittserfolg der aufge-
wandten Mühe nicht mehr entspricht. Als Maximai-Besuchs-
Ziffer kann daher die Zahl 40 angesehen werden. Jedoch ist es
wünschenswert, es nicht bis zu dieser oberen Grenze kommen zu
lassen: 25—30 Schüler, das dürfte durchschnittlich als das Beste,
als die Klassen-Normalzahl gelten können. Im einzelnen wäre
♦) Man vergleiche: Janke, „Über Ermüdung und Ermüdungsmessungen".
Eine Sammelarbeit, welche viele einzelne Litteraturnachweise bringt, in der
„Pädagogischen Zeitung' XXVI. Jahrgang. No. 32-33, 35—36, 49-50.