Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
Bekijk als:      
Scan: Afbeeldinggrootte:
   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Vorige scan Volgende scanScanned page
§ 44. Das Spiel. 385
Stimmungen und Gefühlsweisen wiedergiebt; dafs es, kurz gesagt,
ein Anachronismus in unserer Zeit ist und keinen recht ver-
ständnisvollen Wiederhall mehr in den Herzen der Menschen findet.
Was den Unterricht in der Instrumentalmusik betrifft, so wird freilich
derselbe nicht ganz entbehrt werden können; aber der öffentlichen
Erziehung kann er nicht gut zugewiesen werden: er ist Sache des
Hauses. Auch ist zu sagen, dafs eine Beschränkung in dieser
Beziehung überhaupt nichts schaden würde gegenüber der Sucht,
der wir heutzutage überall begegnen, die Kinder dieses oder jenes
Instrument spielen zu lassen, weil, wie man gewöhnlich als Be-
gründung angiebt, es so vorteilhaft für die Geselligkeit sei, wenn
der junge Mann oder das junge Mädchen etwas Violine oder
Klavier spielen könne. Ich meine, nur da sollte solcher Unter-
richt eintreten, wo wirkliche Begabung vorhanden ist; denn das
übliche, auf geringer oder gar keiner Begabung beruhende
„Klaviergeklimper' oder „Geigengekratze" trägt wahrlich nicht
zur Erhöhung der Freude an der Geselligkeit bei. Endlich: alle
Kinder hören gern erzählen, und es regt sich bald in ihnen der
Trieb, wiederzuerzählen und die Freude an der eigenen Erfindung
von Situationen und Gestalten. Das ist der Dichttrieb, an wel-
chen der litterarische Unterricht anzuknüpfen hat, welcher
über den jetzt gebräuchlichen insofern hinausgehen soll, als zu
den Aufsatz- auch Dichtübungen hinzukommen müssen. Auch ist
stets neben dem bewährten Alten das dem kindlichen Verständ-
nisse naheliegende Neue, also die zeitgenössische Litteratur in ge-
eigneter Auswahl heranzuziehen. Ergänzend tritt zum litterari-
schen Unterrichte die Pflege des litterarischen Geschmackes und
Verständnisses in den freieren litterarischen Vereinigungen der
Jugend hinzu. Namentlich wird es sich hierbei um die Ver-
mittelung der Bekanntschaft mit der dramatischen Poesie handeln.
Im Anschlufs daran empfehlen sich gemeinsame Theaterbesuche,
wie solche in Hamburg z. B. eingerichtet worden sind. Mufs,
wie wir gleich noch sehen werden, der eigentliche litterarische
Unterricht an den Schulunterricht angeschlossen werden, so dafs
an ihm nicht die Schüler verschiedener Schulen teilnehmen können,
so ist das hingegen sehr wohl bei den freieren litterarischen Ver-
einigungen möglich, und es mufs daher hier demgemäfs verfahren
werden.
Bezüglich der Erteilung des Kunstunterrichtes mit Ausnahme
des Utterarischen, bei dem das aus naheliegenden Gründen, näm-
lich wegen seiner Beziehungen zum Sprachunterrichte, nicht gut
Bergemauu, Soziale Pädagogik. 25
V