Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 40. Pflege und gelegentliche Belehrung. 359
und Innervationsempfindungen bewerkstelligt, eine feinere Aus-
bildung des Raum-, Druck- und Tastsinnes bewirkt,*) wodurch er
indirekt weiterhin allerdings auch der intellektuellen Bildung zu-
gute kommt, wie dies von der Gymnastik namentlich in Bezug auf
moralische und ästhetische Erziehung gilt: haben wir doch gesehen,
dafs die Gymnastik dieselbe mittelbar zu fördern sehr wohl geeignet
ist. — An dem Handfertigkeits-Unterrichte müfsten, ebenso wie an den
gymnastischen Übungen, die verschiedensten Zöglinge teilnehmen,
immer nach dem Grade ihrer Geschicklichkeit gemeinsam unterwiesen
und zusammen arbeitend. Wie die Gymnastik hat auch der Hand-
fertigkeits-Unterricht somit im Dienste der Überbrückung
der sozialen Gegensätze zu stehen. Zudem ist er nicht nur
geeignet, in dieser Hinsicht den sozialen Frieden herbeiführen zu
helfen, sondern er erfüllt auch die Mission, die heranwachsende
Jugend aller Stände zu einer richtigeren Würdigung der Hand-
arbeit hinzuführen. Bedingt die Unterschätzung der Kopfarbeit
eine schwere Gefahr für die Zukunft, so hat die Unterschätzung
der Handarbeit, welche in den höheren Gesellschaftsschichten und
namentlich bei dem jvmgen Nachwüchse, bei den dummen „latei-
nischen' Jungens, gang und gäbe ist, unzweifelhaft mit Schuld
an dem Entstehen der grofsen Kluft, die alle Kulturvölker durch-
zieht und allenthalben den einen Teil der Nation gegen den an-
deren in feindseliger Erbitterung und erbitterter Feindseligkeit
stehen läfst. So erfüllt der Handfertigkeits-Unterricht nicht nur
den für ihn zunächst in Betracht kommenden Zweck, den Zögling
körperlich geschickt zu machen, ihm im besonderen zu einer ge-
schickten Hand zu verhelfen, sondern auch mancherlei darüber
hinausgehende Zwecke, vor allem einen allgemein - sozialen Zweck.
§ 43.
Zur körperlichen Pflege mufs aber noch die geistige hinzu-
kommen; jene dient zwar ebenfalls der Ausbildung und Entfaltung
des geistigen Lebens, namentlich sofern die Pflege der Sinne in
Betracht kommt, aber doch, auch in dieser Hinsicht, in mittel-
barer Weise oder in Erfüllung eines sekundären Zweckes, infolge
der Art der Veranstaltung, die getroffen wird. Nächster Zweck
der körperlichen Pflege ist eben der, den Leib des Zöglings ge-
*) Man vergleiche u. a.: Rifsmann, „Der Handarbeitsunterricht der
Knaben. Geschichte und gegenwärtiger Stand". Separatabdruck aus dem
„Encyklopädischen Handbuch der Pädagogik" von Rein. Darin ein sehr
ausführliches Litteraturverzeichnis.