Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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346 III- Teil. Der theoretisclie Aufbau der sozialen Erziehungslehre.
enthaltung. Aufserdem ist es erwiesen, dafs der Alkoholgenufs
Kindern schwere Krankheiten der Leber, Leberverschrumpfung, des
Magens und Darmes, Magen- und Darmkatarrhe, zuziehen kann.
Im Gerhardschen Handbuch der Kinderkrankheiten hat z. B.
Birch-Hirschfeld 7 Fälle von alkoholischer Lebercirrhose bei
Kindern zusammengestellt. Endlich ist es ganz sicher, dafs das
Wachstum der Kinder unter dem Genufs von Alkohol leidet, was
in den Ergebnissen der Rekrutenmessungen, nach Bärs Mit-
teilung in seinem Buche «Der Alkoholismusin manchen Ländern
deutlich zu Tage tritt; es zeigt sich, dafs mit zunehmendem
Alkoholgenufs die durchschnittliche Körperlänge abnimmt. Nun
ist es ja an und für sich freilich kein grofses Unglück, wenn die
Kinder etwas kleiner bleiben; ich habe auch die betreffenden An-
gaben nicht gemacht, um das Kleinerbleiben infolge Alkohol-
genusses als ein Unglück zu bezeichnen, sondern weil es ein all-
gemeinhin sehr bedenkliches Symptom ist und zudem ein leicht
wahrnehmbares und in die Augen fallendes Sturmsignal bedeutet.
Es ist dieses Kleinerbleiben ja nur der am ehesten nachweisbare
Ausdruck einer alle, sogar die gröbsten Organe, wievielmehr die
feinen und feinsten, betreffenden Störung der Entwickelung.*)
Neben der Kost verdienen ferner auch die Kleidung und
das Ruhelager der Kinder eine besondere Hervorhebung. Die
Kleidung soll dazu dienen, die Temperaturdifferenzen der den
Menschen umgebenden Luftschichten ausgleichen zu helfen und es
ihm zu ermöglichen, unter den verschiedensten Temperaturen zu
leben und sich wohlzubefinden: sie soll den Wärmezuflufs regu-
lieren. Wärme verliert der Organismus durch Strahlung, durch
Verdunstung und durch Leitung. Das Anlegen der Kleidung
bedingt einen geringeren Verlust an Wärme auf allen drei Wegen.
In erster Linie wird die Wirksamkeit eines Kleidungsstückes durch
seine Fähigkeit, Wärme zu leiten, bestimmt; es muls daher die
Wärmeleitungsfähigkeit eines Stoffes untersucht werden, ehe man
sich über den Nutzen desselben aussprechen kann. Im allgemeinen
ist zu sagen, dafs die Stoffe die besten Dienste leisten, welche
schlechte Wärmeleiter sind; diathermane, also Wärmestrahlen leicht
durchlassende Stoffe, sind zu vermeiden. Am vorteilhaftesten er-
scheinen nach den angestellten Versuchen Flanell-Stoffe. Dieselben
sind auch in noch einer andereren Beziehung vorzuziehen, insofern
*) Man vergleiche u. a. Frick, „Der Einflufs der geistigen Getränke
auf die Kinder' und Sonnenberger, ,Die Einwirkung von Wein und Bier
auf unsere Kinder."