Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 35. Die Objekte oder Gegenstände der Erziehung. 333
bemerkenswerte Thatsache, dafs das weibliche Geschlecht sich in
dieser Beziehung so verhält wie wohlgenährte Kinder überhaupt.
Was Wachstum und Schwere betriflt, so nahm man bis vor kurzem
stets an, dafs Knaben immer einen Vorsprung vor den Mädchen
hätten: das entspricht den Thatsachen jedoch nicht. Neuere Unter-
suchungen, mit denen Bowditch im Jahre 1872 in Boston be-
gann, wo er an 11 000 Mädchen und 14 000 Knaben Messungen
und Wägungen vornahm, und welche dann fortgesetzt wurden
1876 von Pagliani an zahlreichen italienischen Kindern, 1883
in Grofsbritannien, 1890 in Schweden, wo Axel Key seine Be-
obachtungen an 3000 Mädchen und 15 000 Knaben machte, 1891 von
Emil Schmidt, der in Leipzig 5000 Mädchen und 5000 Knaben
untersuchte, von Geifsler und Ulitzch in Freiberg in Sachsen
an 11000 deutschen und von Jastczynski an vielen polnischen
und jüdischen Kindern Warschaus, haben mit unzweifelhafter
Sicherheit das Resultat ergeben, dafs die Mädchen der europäischen
Rassen während der Pubertät mehrere Jahre hindurch gröfser und
schwerer sind als die Knaben gleichen Alters. Zeitpunkt und
Betrag, in denen dieses Übergewicht der Mädchen anfängt und
aufhört, sind jedoch nicht überall dieselben, sondern bei den ver-
schiedenen Völkern verschieden. In Deutschland, was uns hier
ja vornehmlich interessiert, beginnt diese Periode des Übergewichts
im elften Jahre und erreicht im sechzehnten ihr Ende. Sehr
beachtenswert ist dabei noch die Beobachtung, dafs es um die
Gesundheit xmd zwar sowohl der Knaben als auch der Mädchen
in der Zeit des kräftigsten Wachstums am allerbesten bestellt ist.
Nach Axel Keys Mitteilung in den „Verhandlungen des Berliner
internationalen medizinischen Kongresses* von 1890: „Die Puber-
tätsentwickelung und das Verhältnis in derselben zu den Krank-
heitserscheinungen der Schuljugend", weisen Knaben während des
rapidesten Wachstums die geringste Krankheitszift'er auf, während
die Kurve der Zahl der Erkrankten deutlich ansteigt, wenn das
Wachstum am wenigsten steigt, nämlich zu Beginn der Pubertät,
und ein zweites Mal zur Zeit des Wachstumsabschlusses. Diese
Beobachtung Keys wird in gewisser Hinsicht von Bevan Lewis
bezüglich der Mädchen bestätigt. Die von ihm herausgegebene
Statistik der Pubertäts-Psychosen führt 77 derartige Fälle bei
Mädchen zwischen 12 und 21 Jahren auf, und von diesen betreffen
nur 3 Mädchen unter 15 Jahren, während 56, also '^ji oder 75%
der Fälle, im Alter von 18 bis 21 Jahren vorkommen. Diese
Daten verdienen Beachtung seitens der Erzieher vor allem auch