Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 35. Die Objekte oder Gegenstände der Erziehung. 323
aus; auch hat er gefunden, dafs das Gedächtnis kleiner Mädchen
treuer ist als das der Knaben, und dafs sie mehr Sinn für Sym-
metrie und Ordnung als diese haben. Interessant sind auch die
Untersuchungen des Professors Macdonald vom Washingtoner
Erziehungsamt, betreffend die Furcht der Kinder. Am meisten
gefürchtet wird das Gewitter, nächstdem kommen Reptilien, dann
Fremde, Dunkelheit, Feuer, Tod, Krankheit, wilde Tiere, Wasser,
Insekten, Geister u. s. f. Die Mädchen fürchten bedeutend mehr
Dinge als die Knaben, ausgenommen aber Wasser, Fremde und
hohe Plätze. Das Verhältnis der Mädchen zu den Knaben in der
Furcht vor Ratten und Mäusen stellte sich auf 75 : 13. Ferner
ergab sich, dafs die Neigung, sich zu fürchten, bei Knaben vom 7.
bis zum 15. Jahre wächst und dann abnimmt, während sie sich
bei den Mädchen ständiger vom 4. bis zum 18. Jahre vermehrt,
ehe sie dann abnimmt. Die Furcht vor Donner und Blitz, Rep-
tilien, Räubern und übernatürlichen Wesen vermehrt sich mit
dem Alter, womit übrigens ein neuer Beweis dafür gegeben ist,
dafs die Phantasie des Kindes nur sehr allmählich sich entwickelt;
es fürchtet sich vor den angeführten Dingen um so mehr, je leb-
hafter es sich die von ihnen ausgehenden oder als von ihnen aus-
gehend gedachten Wirkungen vorzustellen vermag. So patschen
ja auch kleine Kinder dem gröfsten Hunde furchtlos auf der Nase
herum; später fürchten sie dessen Annäherung, so lebhaftes Interesse
er ihnen auch einflöfst, bis sie schliefslich diese Furcht mit fort-
schreitender Erkenntnis wieder überwinden.
§ 38.
Meine Aufgabe ist es jetzt, eine Charakteristik des Knaben- und
Mädchenalters einer-, des Jünglings- und Jungfrauenalters ander-
seits zu geben. Das Knaben- und Mädchenalter, vom siebenten
Lebensjahre bis zum Eintritt der Pubertät reichend, umfafst die
Zeit der eigentlichen, der Schulpflicht im engeren Sinne: wir
können bezüglich seiner daher geradezu ganz kurz als von dem
schulpflichtigen Alter sprechen, das auch noch, im Unter-
schiede von der „Spielzeit" der vorangegangenen Jahre, als die
grundlegende Lernzeit zu bezeichnen ist. Es treten jetzt an das
Kind mehr und mehr ernstere Lebensaufgaben heran, und für diese
müssen seine Kräfte immer planmäfsiger in Anspruch genommen
werden. Zwar handelt es sich dabei noch nicht um die Aus-
füllung eines eigentlichen Lebensberufes im Dienste der Gesell-
schaft, sondern um die allgemeine intellektuelle und sittlich-soziale
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