Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 35. Die Objekte oder Gegenstände der Erziehung. 311
scheiden. 1. Das Säuglingsalter umfafst die Zeit des ersten
Lebensjahres, die Zeit des kindlichen Lebens bis zur Gewinnung der
ersten Zähne und Erlernung des eigenen Gehens. Denn erst von
diesem Zeitpunkte an beginnt das bis dahin mit dem mütterlichen
Leben noch fast ganz verwachsene kindliche Leben sich von jenem
immer mehr und mehr abzulösen und selbständiger zu werden. 2. Das
Kindesalter ist die Zeit vom zweiten bis zum siebenten Lebens-
jahre. Das Kind verselbständigt sich in körperlicher Beziehung
immer mehr; seine Körper-Konstitution stärkt sich bis zu einem
Grade, dafs es hinfort der häuslichen Pflege nicht mehr in demselben
Malse wie bisher bedarf, und dafs die Familie es seinen ersten
Schritt in die Öffentlichkeit getrost thun lassen kann. 3. Das
Knaben- und Mädchenalter reicht von da bis zum Eintritt
der Pubertät; von dieser bis zur Erlangung der geschlechtlichen
Vollreife ist dann endlich 4. das Jünglings- und Jungfrauen-
alter zu rechnen.
Durch diese, der körperlichen Entwickelung sich anpassende
Gliederung des ganzen Zeitraumes der Erziehung wird aber gleich-
zeitig auch der geistigen Entwickelung Rechnung getragen: übt
doch die zunehmende körperliche Verselbständigung, welche dabei
durchweg mafsgebend ist, einen grofsen Einflufs auf das geistige
Leben des Zöglings aus; je selbständiger und reifer derselbe in
körperlicher Hinsicht wird, um so mehr wird er es auch in
geistiger Beziehung, wie wir das noch in den folgenden Para-
graphen bei der ausführlichen Besprechung und Charakterisierung
der einzelnen Abschnitte im besonderen sehen werden. Zudem
möchte ich der geistigen Entwickelung noch die besondere Kon-
zession machen, dafs ich zwei Höhepunkte derselben dazu benütze,
das Kindesalter einer- und das Knaben- und Mädchenalter ander-
seits in je zwei Unterabschnitte zu zerlegen. Im Kindesalter
nämlich möchte ich da einen Einschnitt machen, wo das be-
wufste Ich-Sagen des Kindes beginnt, also etwa im vierten
Lebensjahre. Das Knaben- und Mädchenalter kann der Durch-
bruch des Selbstbewufstseins, ungefähr im elften oder zwölften
Lebensjahre, in zwei Hälften zerlegen; denn das eine wie das
andere ist thatsächlich von grofser Bedeutung im Leben des Men-
schen. Bezeichnet der Zeitpunkt des Eintrittes des bewufsten
Ich-Sagens den Anbruch einer Ära, da das Kind sich endgiltig
von der es umgebenden Welt loslöst, sich als ein Objekt unter
anderen Objekten der Sinneswahrnehmung zu betrachten anfängt,
so beginnt mit dem erwachenden Selbstbewufstsein des Knaben