Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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292 III- Teil. Der theoretisclie Aufbau der sozialen Erziehungslehre.
und Frauen namentlich insofern, als beiden eine relativ grofse
Hirnmasse eigen ist: nach den Messungen vieler bedeutenden
Gelehrten, von Männern wie Reid, Tiedemann, Wagner,
Weisbart, Vierordt, Bischoff, kann es nicht zweifelhaft sein,
dafs Männer allerdings absolut genommen ein gröfseres Hirn-Ge-
wicht als Frauen haben; aber relativ genommen, im Verhältnis
zum Gesamtkörper, weist das weibliche Hirn einen erheblichen
Uberschufs an Hirnmasse auf, gerade wie dies auch beim
Kinde der Fall ist. Auf diesem Umstände beruht es z. B., dafs
Frauen und Kinder weit empfindlicher gegen Opium sind als
Männer. Sehr beachtenswert ist auch die interessante physio-
logische Thatsache, dafs Frauen von Kinderkrankheiten, wie
Röteln, Masern, Scharlach u. a. m., weit eher als Männer be-
fallen werden. Endlich kann kein Zweifel daran herrschen, dafs
Frauen bezüglich der DisVulnerabilität den Kindern sehr nahe
stehen. Der französische Chirurg Malgaigne wies zuerst 1842
nach, dafs Kinder zwischen 5 und 15 Jahren Amputationen besser
überstehen als Erwachsene; das ist immer wieder bestätigt wor-
den und jetzt allgemein anerkannt. Ebenso wies Malgaigne nach,
dafs Amputationen von Frauen besser als von Männern ertragen
werden, was ebenfalls seither wiederholt bestätigt worden ist. Die
Resultate von Malgaigne für Paris, von Laurie für Glasgow und
von Fenwick für Edinburgh und Newcastle sind von Legouest
zusammengestellt worden, wobei sich ergeben hat, dafs unter 1244
Fällen von Amputationen an Männern 441, also 35,45 "/o, unter
284 Amputationen an Frauen 83, also 29,29%, mit Tod aus-
gingen, so dafs der Unterschied zu Gunsten der Frauen 6,2%
beträgt. Nach Billroths Erfahrungen besitzen Frauen gröfsere
Widerstandskraft für alle Operationen am Bauch und haben mehr
Chancen, dieselben zu überstehen, als Männer. Nach Campbell
vertragen Frauen sehr gut Blutverluste und schlaflose Nächte.
In dem, auf dem Londoner internationalen Kongrefs für experi-
mentelle Psychologie verlesenen und in den Verhandlungen dieses
Kongresses wiedergegebenen Vortrage Lombrosos „La sensibilite
de la femme" werden, wie für die gröfsere sensorische Stumpf-
heit, so auch für die gröfsere Disvulnerabilität des Weibes zahl-
reiche Argumente beigebracht, die noch weiter entwickelt und
näher ausgeführt sich in der von Lombroso und Ferrero
herausgegebenen Schrift „Das Weib als Verbrecherin und Prosti-
tuierte" finden.
Bedeutsamer für unseren Zweck als alle dieäfe physiologischen