Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 32. Die Subjekte oder Träger der Erziehung. 287
endigung der theoretischen folgt eine praktische Lehrzeit,
welche an derjenigen Erziehungs-Institution, welcher
der Aspirant seine Thätigkeit widmen will, zu absol-
vieren ist und im Beobachten und in selbständigen Versuchen
unter Aufsicht und Anleitung erfahrener Pädagogen besteht.
§ 33.
Weiterhin ist nunmehr die Frage zu beantworten, wie dafür
Sorge zu tragen sei, dals die gelegentlichen Erzieher zur Er-
füllung der ihrer harrenden Erziehungsaufgaben tüchtig gemacht
werden können. Sollte das wirklich, wie Döring meint, unmöglich,
sollte es in der That an dem sein, dafs alle Malsregeln, welche
dies bezwecken, als ungeheuerliche Anforderungen zu bezeichnen
sind? Ich meine nicht. Aber ein Bedenken darf ich hierbei
doch nicht mit Stillschweigen übergehen, nämlich ob die Ver-
anstaltungen, welche darauf abzielen, die Menschen allesamt zu
Erziehern heranzubilden, auch das werden zu erreichen vermögen;
ob nicht die menschliche Natur selbst solchem Vorhaben einen
unübersteiglichen Damm entgegensetzen wird. Nun ist ja dies
ganz sicher, dafs zum Erzieher nicht jeder Mensch sich eignet,
und dafs vermutlich niemals der Zeitpunkt kommen wird, da dies
der Fall ist. Es wird stets Eltern, Dienstherrschaften, Lehrherren
geben, die unfähig sind zu erziehen. Was in solchem Falle zu
thun ist, habe ich schon früher gesagt: es ist eine strenge Ge-
sellschafts-Kontrolle einzuführen; der Gesellschaft ist das Recht
einzuräumen, darüber zu wachen, dafs auch die Hauserziehung
in jeder Form eine erspriefsliche sei. Und zur Erziehung un-
fähigen Eltern müssen die Kinder ohne Rücksicht auf zarte Ge-
fühle und ohne jede falsche Sentimentalität entzogen und in An-
stalten untergebracht werden, gleichviel ob die Eltern reich und
vornehm oder arm und geringen Standes sind; es erheischt das
die Rücksicht auf das Wohl der Gesamtheit wie der Einzelnen.
Ferner hat die Gesellschaft es nicht zuzulassen, dafs Dienstherr-
schaften, von deren erziehlicher Bethätigung nichts Gutes zu er-
warten ist, Leute in ihren Dienst nehmen, deren Erziehung noch
nicht als beendet zu betrachten ist. Endlich hat sie zur Er-
ziehung ungeeigneten Lehrherren die Erlaubnis zu entziehen,
Lehrlinge in ihren Betrieben, Werkstätten und Geschäften ein-
zustellen.
Anderseits dürfen wir jedoch auch nicht zu schwarz sehen.
Die natürliche Begabung für erzieherische Thätigkeit kann freilich