Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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248 III- Teil. Der theoretisclie Aufbau der sozialen Erziehungslehre.
ziehenden erspriefslicher als die fortwährende Einzelerziehung,
ja geradezu notwendig, um Eintönigkeit zu vermeiden, mit
Hilfe des Wettbewerbes erhöhte Leistungen zu erzielen,
die im Verkehr mit anderen nötige Gewandtheit zu ent-
wickeln und vor allen Dingen aus noch bedeutsameren und
wichtigeren sozialen Gründen, also namentlich im Hinblick darauf,
dafs die Heranwachsenden Glieder der Gesellschaft sind und nütz-
liche Glieder derselben werden sollen, kurz: in vornehmlicher Be-
rücksichtigung des Erziehungszieles, das alle Erziehungsarbeit vom
sozialen Gesichtspunkte aus auffafst, beurteilt und wertet. Vertieft
sich nämlich die Einzelerziehung in die Eigenart des Individuums,
und sucht sie dieselbe zur gröfstmöglichen Entfaltung zu bringen,
so läfst die Massenerziehung es sich angelegen sein, dieselbe für
die Gesamtheit nutzbar zu machen, Einseitigkeiten zu beseitigen.
Ecken abzuschleifen, allzu üppig wuchernde Ranken zu beschneiden.
Ihre Möglichkeit ist verbürgt, um das noch besonders hervorzu-
heben, durch die im grofsen und ganzen vorhandene Übereinstim-
mung der psycho-physischen Wesenheit der Menschen, im beson-
deren der Angehörigen eines Volkes, welche sich uns aus den
früheren Untersuchungen als ganz sicher ergeben hat. — Aus diesen
Bemerkungen ist schon ersichtlich, dafs ich, wie ich Rousseau und
seinem Ideale der absoluten Einzelerziehung ebenso Döring und
dem seinigen der blofsen Massenerziehung entgegentrete. Ich will
es hier gleich rund heraussagen, dafs ich die Einrichtung, wie sie
bei uns besteht, die Einrichtung der Einzel- und der Massen-
erziehung in der Weise eines Nebeneinander für die einzig richtige
halte; dafs ich die Einzelerziehung dem Hause und die Massen-
erziehung gewissen öffentlichen Institutionen überweise. Darüber
gleich noch Näheres, zunächst gilt es, uns noch mit dem anderen
Extrem auseinanderzusetzen. Döring will von der häuslichen
Erziehung nichts wissen und erblickt alles Heil einzig und allein
in der Anstaltserziehung; denn, sagt er, es fehle den Trägern der
häuslichen oder Familienerziehung, den Eltern, alles zum Erzieher-
berufe Nötige, und alle Mittel, Abhilfe in dieser Beziehung zu
schaffen, seien ungeheuerliche Anforderungen. Deshalb genügt ihm
auch die staatlich kontrollierte Kinderstube Piatons noch lange
nicht. Aufser Döring giebt es auch noch manche andere, welche
die Anstaltserziehung aus mancherlei anderen Gründen als die
angemessenste ansehen. So sagt Helvétius bereits in seinem vor
mehr als hundert Jahren erschienenen berühmten Buche „De
l'homme, de ses facultés et de son éducation* im geraden