Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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1(32 II- Teil. Die soziologischen Grundlagen der Erziehungslehre.
sonderen der Umstand zu sprechen, dafs ja schon, wie wir sahen,
beim Ursprünge der Geberden- und der Lautsprache der Nach-
ahmungstrieb eine so grofse Rolle spielt; wie derselbe hier zur
Nachbildung äufserer, das Gefühl und die Aufmerksamkeit er-
regender Vorgänge und Erscheinungen angeregt hat, so wird er
auch weiterhin eine Nachbildung seitens der Mitmenschen, an
welche die Geberde und der Laut sich wendeten, bewirkt haben,
wodurch er die Verbreitung und Befestigung bestimmter Ge-
berden- und Lautzeichen mächtig zu fördern geeignet war.
Wie allmählich die mannigfachen Wandlungen, die Ver-
bindungen der Wurzeln, die flektionalen Abschleifungen und Laut-
verschiebungen, in welchen sich die Weiterentwickelung der
Sprache bethätigt, im einzelnen vor sich gegangen sind, darauf
kann ich hier nicht eingehen und brauche es auch nicht zu thun;
nur das will und muls ich zeigen, dafs diese Entwickelung eben-
falls durch die Bedürfnisse des Gemeinschaftslebens bedingt und
herbeigeführt worden ist. Ganz unzweifelhaft sind für die Fort-
entwickelung der Sprache, für ihre grammatische Reglementierung
vor allem die Aufeinanderbeziehungen der Vorstellungen, bezw.
ihrer Objekte von gröfster Wichtigkeit gewesen. Diese Auf-
einanderbeziehungen entspringen nun auch aus dem
Mitteilungs-Bedürfnisse; ja, man mufs sagen, dafs sie durch
den Verkehr der Menschen geradezu herausgefordert werden:
z. B. wenn es sich darum handelt, Anordnungen zu treffen, Be-
fehle zu erteilen, gemeinsame Aktionen ins Werk zu setzen u. a. m.
Auf diese Weise entwickelte sich nach und nach die grammatisch
geregelte Sprache, wie wir sie sogar bei sehr niedrig stehenden
Stämmen finden, bei denen die Konsequenz der grammatischen
Regeln uns oft im höchsten Grade überrascht. Dabei verloren
naturgemäfs die Laute viel von ihrer ursprünglichen sinnlichen
Lebendigkeit, gewannen aber auf der anderen Seite immer mehr und
mehr die Fähigkeit, auf abstrakte Begriffe übertragen und damit
bequeme Instrumente des Denkens werden zu können. Mit neu
hervortretenden Bedürfnissen entstanden selbstverständlich immer
weitere Komplikationen der sprachlich bewirkten und zum Aus-
drucke gebrachten Aufeinanderbeziehungen und damit der gram-
matischen Regeln, indem man versuchen mufste, mit Hilfe des
schon vorhandenen Materials, etwa durch Lautwandel u. a. m.,
jenen Bedürfnissen gerecht zu werden. Die allmähliche Grammati-
sierung der Sprache ist als eine hochbedeutsame Leistung des
menschlichen Geistes anzusehen, indem sie die Aufspeicherung