Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: https://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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1(32 II- Teil. Die soziologischen Grundlagen der Erziehungslehre.
des Königs bekanntlich zwei jährlich wechselnde Consuln, welche
von den Centuriatcomitien gewählt wurden und dem Senate, bei
dem jetzt der Schwerpunkt der Staatsgewalt lag, nach Ablauf
des Amtsjahres Rechenschaft ablegen mufsten. Aufserdem war,
ganz ähnlich wie in Athen, die ganze römische Bevölkerung ohne
Rücksicht auf die alte Stammes-Dreizahl und einzig mit Rücksicht
auf die territorialen, die geographischen Verhältnisse in 30 Tribus
geteilt worden, deren 4 auf die Stadt (tribus urbanae) und 26
auf das Land (tribus rusticae) kamen. Die Erhebung der Steuern,
des Tributums, und die Aushebung der Soldaten geschahen nach
Tribus. Später erhielten dann die Tribus das Versammlungsrecht
auch zu politischen Zwecken; den comitia centuriata traten gleich-
berechtigt an die Seite die comitia tributa, die sogar jene in die
zweite Stelle gedrängt zu haben scheinen, besagt doch das dritte
der horazisch-valerischen Gesetze ausdrücklich: ut quod tributim
plebes jussisset populum teneret. Es geschah das zunächst zu
Gunsten der Plebejer; später dann, als der Unterschied zwischen
Patriziern und Plebejern praktisch völlig belanglos geworden war,
kam diese Mafsregel der grofsen Masse des Volkes den herrschenden
Klassen gegenüber zugute: diese rekrutierten sich jetzt aus den
reichen und mächtigen teils patrizischen teils plebejischen alten
Familien. Den grofsen Einzelfamilien wurde ja schon durch die Cen-
turiat-Verfassung eine mafsgebende Position eingeräumt; nur dafs
damals dieselben fast allein aus solchen patrizischer Herkunft be-
standen: diese reichen patrizischen Familien im Verein mit den
wenigen reichen plebejischen, die es damals geben mochte, und
die sich, wie dies ja stets zu geschehen pflegt, eng an die bevor-
rechteten Patrizier anschlössen, hatten in den Centuriat-Comitien
die unbedingte Majorität, wenn man bedenkt, dafs die 18 Cen-
turien Reiter oder Ritter auch aus den Reichsten gebildet waren.
Von den 194 Centuriats-Stimmen entfielen somit 98, also mehr
als die Hälfte, auf die Vornehmen, die Reichen: waren Ritter und
erste Klasse einig, so hatten sie die Majorität, und der giltige
Beschlufs war gefafst, so dafs die anderen gar nicht mehr erst
gefragt zu werden brauchten, gar nichts mehr zu sagen hatten.
Alle Staatsämter waren natürlich nur den Angehörigen der ersten
Klasse und zwar zunächst auch noch mit Ausschlufs der etwa hierher
gehörigen Plebejer zugänglich; nur in den Senat wurden solche
mit Einführung der Republik aufgenommen, daher seitdem die
gewöhnliche Anrede an denselben: patres (et) conscripti. — Wir
sehen also auch hier wieder ganz deutlich, dafs die Familien