Boekgegevens
Titel: Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
Auteur: Schwippert, P.A.
Uitgave: Haag: Henri J. Stemberg, 1881
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: Obr. 8058
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_201841
Onderwerp: Taal- en letterkunde naar afzonderlijke talen: Duitse letterkunde
Trefwoord: Literatuur (fictie en non-fictie), Duits, Gedichten (teksten), Leermiddelen (vorm)
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   Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
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Psaumis junge Gattin niedersteiget;
Niedersteigt sie, allen Streit zu sühnen.
Aber Puras rufet die Gefährten,
Läfst sie rauben und hinabgetragen
In ein Boot sie schleppen, springt hinein dann :
»Schnell hinüber," ruft er, »schnell hinüber
Zu der Reede, zu dem SUlavenkäufer!
Schwinden wird vor Gram der stolze Psaumis,
Hört er, wie sein Weib als Sklavin dienet I"
Schreien vor Entsetzen will die Schöne;
Doch man hält den Dolch ihr dicht ans Auge,
Bis sie stumm wird gleich dem Bild von Marmor.
Leicht beschwingt von schnellen Ruderschlägen,
Teilt der Kiel die purpurblaue Meerflut,
Als zum Sklavenkäufer sie gelanget,
Nimmt ihr Puras vom Gesicht den Schleier,
Bietet sie zum Kauf für neunzig Goldstück.
»Nicht zu tadeln ist sie," spricht der Fremde,
»Nicht zu tadeln; doch von Psaumis kauft' ich
Eben eine Schön're für die Hälfte!"
Da erzitterten die Kniee Puras:
»Lafs sie schaun, die du gekauft von Psaumis!"
»Schau ! sie liegt am Boden hier, in Ohnmacht,
Bleich von Schrecken, doch sie rötet bald sich.
Wie das Blatt der jungen Frühlingsrose !" —
Als nun Puras hinschaut, füllt sein Auge
Schwarzes Dunkel, und das Herz erstarrt ihm.
Wie er seine Gattin schaut, als Sklavin ! —
Wo die Seele Puras war, wer sagt es ? —
Aber zu sich selber sprach die Seele:
»Wahrlich, Psaumis trifft im heilen Leibe
Dir das Herz, wie er vorhin gedrohet!"
Als die Seele Puras nun zurückkam,
Blickt' er auf, als sänn' er einen Anschlag. —
Spricht zum Fremden: »Schön ist die Gekaufte,
Schön ; doch die ich bringe dir, nicht minder!
Nimm sie für den Preis, den du geboten ! —
Mir nicht, — gib das Geld dort meinen Leuten !"
Als nun Psaumis Gattin so verkauft war,