Boekgegevens
Titel: Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
Auteur: Schwippert, P.A.
Uitgave: Haag: Henri J. Stemberg, 1881
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: Obr. 8058
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_201841
Onderwerp: Taal- en letterkunde naar afzonderlijke talen: Duitse letterkunde
Trefwoord: Literatuur (fictie en non-fictie), Duits, Gedichten (teksten), Leermiddelen (vorm)
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   Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
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Siß jubeln in den Wald hinein :
Erwacht nun all' ihr Blättelein
Und breitet aus ein lieblich Zelt
Dem besten König in der Welt!
0 kommt herbei jetzt Jung und Alt,
Hört, wie*s von allen Zweigen schallt
Bergauf, bergab, thalaus und ein :
Der König kommt und ziehet ein!
Er ist der Sonne liebster Sohn,
Von Sonnengold ist seine Krön',
Sein raild?r Scepter ist das Licht,
Er ist's, der alle Fesseln bricht.
Und tausend Freuden bringt er mit.
Und Segen folgt ihm Schritt für Schritt;
Gelobet sei die Herrlichkeit
Des besten Königs weit und breit!
Herbei denn,kommt zum muntern Reihn
Und atmet auf und stimmet ein
Und singt es tausendtönig :
»Der Lenz ist«unser König !"
ROBERT REINICK
[1805-1852]
Am 2*2 Februar 1805 zu Danzig geboren, machte itirn seine schwächliche Ge-
sundheit schon als Kind den ganzen Ernst des Lebens fühlbar,- weckte aber auch
früher als gewöhnlich bei ihm den Sinn für Naturschönheit, für künstlerische
Beschäftigung und wissenschaftliches Studium. Auf dem Danziger Gymnasium,
das er anfangs in der Absicht der Vorbereitung auf die Hochschule besuchte,
entwickelte sich in ihm, angeregt durch die Lektüre des Homer und Theokrit,
nicht nur eine starke Neigung zur Poesie, sondern auch ein so vorherrschender
Trieb zur Kunst, dal'a er nach beendigter Schulzeit und vollständig erlangter Ma-
turität zur Univoraität den Entschlul's fafste, sich der Malerie zu widmen. Zu
diesem Zwecke ging er 1825 nach Berlin, wo er sich unter die Leitung des Pro-
fessors Begas zum Historienmaler ausbildete. Das frische, heitere Künstlertrei-
ben, 83 wie der Umgang mit dem Kunsthistoriker Franz Kugle r ermunterte
ihn hier zu imm^r grölserer, dichterischer Thätigkeit; und da er, durch den
letzteren auch in Hitzig's Familienkreis eingeführt, mit Eichendorff und
Chamisso in Verbindung gekommen war, trat er zuerst 1833 in des Letzteren
Musenalmanach mit seinen Erzeugnissen ans Licht. Von Berlin ging Reioick
nach Düsseldorf, setzte dort unter S c h a d o w seine künstlerischen Studien
fort, warf sich auch jetzt auf die Kupfer8tech3rkun9t und gab hier seine »Lieder
eines Malers mit Randzeichnungen seiner Freunde" herau8.
Aber wie heiter und anregend sich auch hier sein Leben gestaltete in dem Ver-
kehr mit Männern wie Immermann, Schnaase und v. Uechtrit^,
so machte ihm doch ein immer wiederkehrendes, mit kalten Fiebern verbundenes
Augenübel, das durch das Aetzen der Kupferplatten noch gesteigert wurde, durchaus
nötig, seine dortigen Verhältnisse zu verlassen und ia einem milderen Klima
seine Genesung zu suchen. 1838 im September reiste er deshalb nach Rom und
verlebte hier drei schöne Jahre in den edelsten GenU'?ßen der Kunst und Natur.
Aber sein Leiden erneuerte sich, imd 1841 machte er sich deshalb nach Gräfen-
berg auf, um dort'die Wasserkur zu gebrauchen. Auch durch sie erlangte er