Boekgegevens
Titel: Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
Auteur: Schwippert, P.A.
Uitgave: Haag: Henri J. Stemberg, 1881
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: Obr. 8058
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_201841
Onderwerp: Taal- en letterkunde naar afzonderlijke talen: Duitse letterkunde
Trefwoord: Literatuur (fictie en non-fictie), Duits, Gedichten (teksten), Leermiddelen (vorm)
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   Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
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Einander bis aufs Blut zu kränken.
Ja, keiner brannte von dem Span,
Woran der andre sich den Tabak angezündet.
Aus Hafs jemals den seinen an.
Man riet, man wulste lange nicht,
Warum sie solche Feinde waren;
Bis endlich kam die Sache vor Gericht.
Da mufste sichs denn offenbaren,
Warum sie seit so vielen Jahren
So heidnisch unversöhnlich waren.
Was war der Grund? Der Brodneid? War ers nicht?
Nein! Dieser sang: »Verwahrt das Feuer und das Licht!"
Allein so sang der andre nicht;
Er sang: »Bewahrt das Feuer und das Liebt!"
Aus dieser so verschiednen Art,
An die sich beide zänkisch banden,
Aus dem Verwahrt und dem Bewahrt
War Hafs und Groll und Spott und Mut entstanden.
, MAGNUS GOTTFRIED LICHTWER.
[1719-1783]
Geb. am 30. Januar 1719 zu Würzen (im Königreich Sachsen), studierte in Leipzig
und Wittenberg die Rechte, lebte in Wittenberg ala Privat-docent, wurde dann
Referendar und 1752 Regierungs-, Hof- und Consistorialrat zu Halberstadt, wo er
am 6. Juli 1783 starb. Er stand sein Leben lang einsam, kaum daCs er mit dem
zahlreichen Halberstädter Dichterkreise persönlich verkehrte.
Auch er blickt wie Geliert nach Lafontaine hinüber; glücklicher als Geliert
ist er in der Darstellung und Individualisierung des Thierlebens, und es ist wahr-
haft zu bedauern, dafs er nicht auf die alldeutsche Tiersage und Beispieldichtung
zurückging.
Viele von Lichtwers Fabeln sind wacker erfunden und ausgeführt, hier ist
wirklich Witz und Komik.
Eine eingehende Kritik Mendelssohns hob mit scharfer Scheidung die gelunge-
nen Erzählungen hervor. Dadurch wurde der feilende Kritiker des vorigen Jahr-
hunderts, Ramler, bewogen, ohne Wissen des Verfassers eine gänzlich umge-
arbeitete Auflage der als gut erkannten Erzählungen erscheinen zulassen. Natürhch
zum gröfsten Unwillen des Autors, der nun aber doch, unter Protest gegen
Ramlers Verbesaerungen, nach eben denselben Ramler'schen Regeln eine verbesserte
Auflage erscheinen lieis.