Boekgegevens
Titel: Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
Auteur: Schwippert, P.A.
Uitgave: Haag: Henri J. Stemberg, 1881
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: Obr. 8058
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_201841
Onderwerp: Taal- en letterkunde naar afzonderlijke talen: Duitse letterkunde
Trefwoord: Literatuur (fictie en non-fictie), Duits, Gedichten (teksten), Leermiddelen (vorm)
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   Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
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5. Heimweh in Frankreich.
Zwischen Saône und Rhone.
Wie sehn' ich mich nach deinen Bergen wieder,
Nach deinem Schatten, deinem Sonnenschein !
Nach deutschen Herzen voller Sang und Lieder,
Nach deutscher Freud' und Lust, nach deutschem Wein.
Könnt' ich den Wolken meine Hände reichen,
Ich flöge wunderschnell zu dir hinein ;
Könnt' ich dem Adler und dem Lichtstrahl gleichen,
Wie ein Gedanke wollt' ich bei dir sein !
Die Fremde macht mich still und ernst und traurig,
Verkümmern mufs mein frisches junges Herz.
Das Leben hier, wie ist es bang und schaurig,
Und was es beut, ist nur der Sehnsucht Schmerz.
0 Vaterland, und wenn ich nichts mehr habe,
Begleitet treu noch diese Sehnsucht mich ;
Und würde selbst die Fremde mir zum Grabe,
Gern sterb' ich, denn ich lebte nur für dich.
CHRISTIAN FÜRCHTEGOTT GELLERT.
[1715-1769]
Geb. am 4. Juli 1717 zu Hainichen in Sachsen, besuchte die Fürstenschule zu
Meil'sen und studierte von 1734 an zu Leipzig Theologie. Nachdem er einige
Jahre Hauslehrer gewesen, habilitierte er sich 1744 zu Leipzig, wurde 1751 aul'ser-
ordentlicher Professor und starb als solcher am 13. December 1769.
Er war zu seiner Zeit dér Universalseelsorger Deutschlands — der »pastor
Germaniae,'* wie weiland Melanchthon der »p r a e c e p t o r G e r m a-
niae" — und kam seiner Aufgabe mit einer Hingebung und Liebenswürdigkeit
nach, die bewundernswert ist. Die Anforderungen von allen Seiten und aus allen
Gauen Deutschlands an ihn waren ungeheuer: Väter fragten ihn über die Er-
ziehung ihrer Söhne, Mütter über die Bildung ihrer Töchter, Jünglinge, welches
Studium er ihnen rate, ja selbst Jungfrauen Avandten sich an ihn um Auskunft,
ob sie Heiratsanträge annehmen oder einen Korb geben sollen ; ganz Deutschland
bis zur Dienstmagd herab wollte »den Herrn mit dem grol'sen Ruhm, »der die
vielen schonen Bücher geschrieben habe" sehen, kennen lernen, mit ihm in Korres-
pondenz treten : alle verehrten und liebten ihn.
Die Verehrung, deren er als Lehrer - er las auch über Poesie und Beredsam-
keit — als Schriftsteller genol's, ist schwerlich einem andern in solchem MaPse