Boekgegevens
Titel: Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
Auteur: Schwippert, P.A.
Uitgave: Haag: Henri J. Stemberg, 1881
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: Obr. 8058
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_201841
Onderwerp: Taal- en letterkunde naar afzonderlijke talen: Duitse letterkunde
Trefwoord: Literatuur (fictie en non-fictie), Duits, Gedichten (teksten), Leermiddelen (vorm)
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   Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
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Den Rittern in den Rücken fällt er rait grausem Mut;
Heut will der Städter baden im heifsen Ritterblut.
Wie haben da die Gerber so meisterlich gegerbt!
Wie haben da die Färber so purpurrot gefärbt!
Heut nimmt man nicht gefangen, heut geht es auf den Tod,
Heut spritzt das Blut wie Regen, der Anger blümt sich rot.
Stets drängender umschlossen und wütender bestürmt,
Ist rings von Bruderleichen die Ritterschar umtürmt.
Das Fähnlein ist verloren, Herr Ulrich blutet stark ;
Die noch am Leben blieben, sind müde bis ins Mark.
Da haschen sie nach Rossen und schwingen sich darauf,
Sie hauen durch, sie kommen zur festen Burg hinauf.
»Ach Ällm—!" stöhnt einst ein Ritter; ihn traf des Mörders Stöfs, -
Allmächt'ger 1 wollt' er rufen — man hiefs davon das Schlofs.
Herr Ulrich sinkt vom Sattel, halbtot, voll Blut und Qualm,
Hätt' nicht das Schloss den Namen, man hiefs* es jetzt Achalm.
Wohl kommt am andern Morgen zu Reutlingen ans Thor
Manch trauervoller Knappe, der seinen Herrn verlor
Dort auf dem Rathaus liegen die Toten all gereiht;
^lan führt dahin die Knechte mit sicherem Geleit.
Dort liegen mehr denn sechzig, so blutig und so bleich;
Nicht jeder Knapp' erkennet den toten Herrn sogleich.
Dann wird ein jeder Leichnam von treuen Dieners Hand
Gewaschen und gekleidet in weifses Grabgewand.
Auf Bahren und auf Wagen getragen und geführt,
Mit Eichenlaub bekränzet, wie's Helden wohl gebührt,
So geht es nach dem Thore, die alte Stadt entlang;
Dumpf tönet von den Türmen der Totenglocken Klang.
Götz Weifsenheim eröffnet den langen Leichenzug.
Er war es, der im Streite des Grafen Banner trug;
Er hatt' es nicht gelassen, bis er erschlagen war,
Drum mag er würdig führen auch noch die tote Schar.
Drei edle Grafen folgen, bewährt in Schildesamt,
Von Tübingen, von Zollern, von Schwarzenberg entstammt.