Boekgegevens
Titel: Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
Auteur: Schwippert, P.A.
Uitgave: Haag: Henri J. Stemberg, 1881
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: Obr. 8058
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_201841
Onderwerp: Taal- en letterkunde naar afzonderlijke talen: Duitse letterkunde
Trefwoord: Literatuur (fictie en non-fictie), Duits, Gedichten (teksten), Leermiddelen (vorm)
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   Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
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So könnt' ich wieder dienen .für den Besuch im Bad;
^ Nur einen miss' ich, Freunde! den Wunnenstein, 's ist schad'."
j. Ein ßäuerlein, das treulich am Feuer mitgefacht.
Lehnt dort an seinem Spiefse, nimmt alles wohl in acht:
, I »Drei Könige zu Heimsen," — so schmollt es — »das ist ^iel !
; 1Erwischt man noch den vierten, so ist's ein Kartenspiel."
c Die Schlacht bei Reutlingen.
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Zu Achalm auf dem Felsen, da haust manch kühner Aar,
Graf Ulrich, Sohn des Greiners, mit seiner Ritterschar;
' I Wild rauschen ihre Flüge um Reutlingen, die Stadt,
I i' Bald scheint sie zu erliegen, vom heifsen Drange matt.
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Doch plötzlich einst erheben die Städter sich zu Nacht ;
Ins Urachthal hinüber sind sie mit grofser Macht.
Bald steigt von Dorf und Mühle die Flamme blutig rot;
Die Herden weggetrieben, die Hirten liegen tot.
HeiT Ulrich hat's, vernommen, er ruft im grimmen Zorn:
»In eure Stadt soll kommen kein Huf und auch kein Horu ! '
Da sputen sich die Ritter, sie wappnen sich in Stahl,
Sie heischen ihre Rosse, sie reiten stracks zu Thal.
Ein Kirchlein stehet drunten, Sankt Leonhard geweiht.
Dabei ein grüner Anger, der scheint bequem zum Streit.
Die springen von den Pferden, sie ziehen stolze Reihn,
Die langen Spiefse starren; wohlauf! wer wagt sich drein?
Schon ziehn vom Urachthale die Städter fern herbei.
Man hört der Männer Jauchzen, der Herden wild Geschrei,
Man sieht sie fürder schreiten, ein wohlgerüstet Heer!
Wie flattern stolz die Banner I wie blitzen Schwert und Speer !
Nun schliefs dich fest zusammen, du ritterliche Schar I
Wohl hast du nicht geahnet so dräuende Gefahr.
Die übermächt'gen Rotten, sie stürmen an mit Schwall;
Die Rittern stehn und starren wie Fels und Mauerwall.
Zu Reutlingen am Zwinger, da ist ein altes Thor,
Längst wob mit dichten Ranken der Epheu sich davor ;
Man hatt' es schier vergessen, nun kracht's mit einmal auf
Und aus dem Zwinger stürzet gediängt ein Bürgerhauf.
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