Boekgegevens
Titel: Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
Auteur: Schwippert, P.A.
Uitgave: Haag: Henri J. Stemberg, 1881
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: Obr. 8058
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_201841
Onderwerp: Taal- en letterkunde naar afzonderlijke talen: Duitse letterkunde
Trefwoord: Literatuur (fictie en non-fictie), Duits, Gedichten (teksten), Leermiddelen (vorm)
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   Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
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Dann fahre wohl, Landfriede! dann, Lehndienst, gute Nacht!
Dann ist's der freie Ritter, der alle Welt verlacht.
Schon sank die Nacht hernieder, die Kön'ge sind zur Ruh,
Schon krähen jetzt die Hähne dem nahen Morgen zu :
Da schallt mit scharfem Stofse das Wächterhorn vom Turm;
Wohlauf, wohlauf, ihr Schläfer! das Horn verkündet Sturm,
In Nacht und Nebel draufsen, da wogt es wie ein Meer
Und zieht von allen Seiten sich um das Städtlein her ;
Verhaltne Männerstimmen, verworrner Gang und Drang,
Hufschlag und Rosseschnauben und dumpfer Waffenklang.
Und als das Frührot leuchtet, und als der Nebel sinkt,
Hei! wie es da von Speeren, von Morgensternen blinkt!
Des ganzen Gaues Bauern stehn um den Ort geschart,
Und mitten hält zu Rosse der alte Rauschebart.
Die Schlegler möchten schirmen das Städtlein und das Schlofs,
Sie werfen von den Türmen mit Steinen und Geschofs ;
»Nur sachte!" — ruft der Greiner»euch wird das Bad geheizt,
Aufdampfen soll's unH qualmen, dafs euch's die Augen beizt."
Rings um die alten Mauern ist Holz und Stroh gehäuft,
In dunkler Nacht geschichtet und wohl mit Teer beträuft;
Drein schiefst man glüh'nde Pfeile, wie raschelt's da im Stroh!
Drein wirft man feur'ge Kränze, wie flackert's lichterloh!
Und noch von allen Enden wird Vorrat zugeführt,
Von all den rüst'gen Bauern wird emsig nachgeschürt,
Bis höher, immer höher die Flamme leckt und schweift
Und schon mit lust'gem Prasseln der Türme Dach ergreift.
Ein Thor ist freigelassen, so hat's der Graf beliebt;
Dort hört man, wie der Riegel sich leise loseschiebt.
Dort stürzen wohl verzweifelnd die Schlegler jetzt heraus ?
Nein ! friedlich zieht's vorüber, als wie ins Gotteshaus,
Voran die Schlegelkön'ge, zu Fufs, demütiglich,
Mit unbedeckten Haupte, die Augen unter sich ;
Dann viele Herrn und Knechte, gemachsam. Mann für Mann,
Dafs man sie alle zählen und wohl betrachten kann.
»Willkomm!" so ruft der Greiner—»Willkomm in meiner Haft 1
Ich traf euch gut beisammen, geehrte Bi üderschaft 1