Boekgegevens
Titel: Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
Auteur: Schwippert, P.A.
Uitgave: Haag: Henri J. Stemberg, 1881
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: Obr. 8058
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_201841
Onderwerp: Taal- en letterkunde naar afzonderlijke talen: Duitse letterkunde
Trefwoord: Literatuur (fictie en non-fictie), Duits, Gedichten (teksten), Leermiddelen (vorm)
Bekijk als:      
Scan: Afbeeldinggrootte:
   Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
Vorige scan Volgende scanScanned page
•197
Mit wenig Edelknechten zieht er ins Land hinaus,
Er trägt nicht Helm, noch Panzer, nicht geht's auf hlut'gen Straufs,
Ins Wildbad will er reiten, wo heifs ein Quell entspringt.
Der Sieche heilt und kräftigt, der Greise wieder jüngt.
Zu Hirsau bei dem Abte, da kehrt der Ritter ein
Und trinkt bei Orgelschalle den kühlen Klosterwein ;
Dann geht's durch Tannenwälder ins grüne Thal gesprengt.
Wo durch ihr Felsenbette die Enz sich rauschend diängt.
Zu Wildbad an dem Markte, da steht ein stattlich Haus;
Es hängt daran zum Zeichen ein blanker Spiefs heraus.
Dort steigt der Graf vom Rosse, dort hält er gute Rast,
Den Quell besucht er täglich, der ritterliche Gast.
Wann er sich dann entkleidet und wenig ausgeiuht
Und sein Gebet gesprochen, so steigt er in die Flut;
Er setzt sich stets zur Stelle, wo aus dem Felsenspalt
Am heifsesten und vollsten der edle Sprudel wallt.
Ein angeschossner Eber, der sich die Wunde wusch.
Verriet voreinst den Jägern den Quell in Kluft und Busch ;
Nun ist's dem alten Hecken ein lieber Zeitvertreib
Zu waschen und zu strecken den narbenvollen Leib.
Da kommt einsmals gesprungen sein jüngster Edelknab':
»Herr Graf! es zieht ein Haufe das obre Thal herab;
Die tiagen schwere Kolben, der Hauptmann führt im Schild
Ein Röfslein rot vom Golde und einen Eber wild."
»Mein Sohn ! das sind die Schlegler, sie schlagen kräftig drein, —
Gib mir den Leibrock, Junge! — das ist der Eberstein
Ich kenne wohl den Eber, er hat so grimmen Zorn ;
Ich kenne wohl die Rose, sie führt so scharfen Dorn."
Da kommt ein armer Hirte in atemlosem Lauf:
»Herr Graf, es zieht 'ne Rotte das untre Thal herauf;
Der Hauptmann führt drei Beile, sein Rüstzeug glänzt und gleifst,
Dafs mir's, wie Wetterleuchten, noch in den Augen beifst."
»Das ist der Wunnensteiner, der gleifsend Wolf genannt, —
Gib mir den Mantel, Knabe ! — Der Glanz ist mir bekannt.
Er bringt mir wenig Wonne, die Beile hauen gut, —
Bind' mir das Schwert zur Seite] der Wolf, der lechzt nach Blut."