Boekgegevens
Titel: Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
Auteur: Schwippert, P.A.
Uitgave: Haag: Henri J. Stemberg, 1881
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: Obr. 8058
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_201841
Onderwerp: Taal- en letterkunde naar afzonderlijke talen: Duitse letterkunde
Trefwoord: Literatuur (fictie en non-fictie), Duits, Gedichten (teksten), Leermiddelen (vorm)
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   Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
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»Da liegst du, eine Leiche,
Der aller Leben war;
Dir trieft noch um das bleiche
Gesicht dein greises Haar.
Hier steht, den du gerettet.
Ein Kind, wie Milch und Blut ;
Das Land, das du entkettet,
Steht rings in Alpenglut.
Die Kraft derselben Liebe,
Die du dem Knaben trugst.
Ward einst in dir zum Triebe,
Dafs du den Zwingherrn schlugst.
Nie schlummernd, nie erschrocken,
War retten stets dein Brauch,
Wie in den braunen Locken,
So in den grauen auch.
Wärst du noch jung gewesen,
Als du den Knaben fingst,
Und wärst du dann genesen,
Wie du nun untergingst:
Wir hätten draus geschlossen
Auf künft'ger Thaten Ruhm ;
Doch schön ist nach dem grofsen
Das schlichte Heldentum.
Dir hat dein Ohr geklungen
Vom Lob, das man dir bot;
Doch ist zu ihm gedrungen
Ein schwacher Ruf der Not.
Der ist ein Held der Freien,
Der, wann der Sieg ihn kränzt.
Noch glüht, sich dem zu weihen,
Was frommet und nicht glänzt.
Gesund bist du gekommen
Vom Werk des Zorns zurück ;
Im hilfereichen, frommen
Verliefs dich erst dein Glück.
Der Himmel hat dein Leben
Nicht für ein Volk begehrt;
Für dieses Kind gegeben.
War ihm dein Opfer wert.
Wo du den Vogt getroffen
Mit deinem sichern Stahl,
Dort steht ein Bethaus offen,
Dein Strafgericht einmal;
Doch hier, wo du gestorben,
Dem Kind ein Heil zu sein.
Hast du dir nur erworben
Ein schmucklos Kreuz von Stein.
Weithin wird lobgesungen.
Wie du dein Land befreit,
Von grofser Dichter Zungen
Vernimmt's noch späte Zeit;
Doch steigt am Schachen nieder
Ein Hirt im Abendrot,
Dann hallt im Felsthal wieder
Das Lied von deinem Tod."
14:3. Graf Eberhard der Rauschebart.
a. Der Ueberfall im Wildbad.
In schönen Sommertagen, wenn lau die Lüfte wehn.
Die Wälder lustig grünen, die Gärten blühend stehn.
Da ritt aus Stuttgarts Thoren ein Held von stolzer Art,
Graf Eberhard der Greiner, der alte Rauschebart.