Boekgegevens
Titel: Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
Auteur: Schwippert, P.A.
Uitgave: Haag: Henri J. Stemberg, 1881
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: Obr. 8058
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_201841
Onderwerp: Taal- en letterkunde naar afzonderlijke talen: Duitse letterkunde
Trefwoord: Literatuur (fictie en non-fictie), Duits, Gedichten (teksten), Leermiddelen (vorm)
Bekijk als:      
Scan: Afbeeldinggrootte:
   Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
Vorige scan Volgende scanScanned page
f

•194
141. Der Schenk von Limburg.
I
!


■ I
t)
■Iii
Zu Limburg auf der Veste
Da wohnt' ein edler Graf,
Den keiner seiner Gäste
Jemals zu Mause traf,
Er trieb sich allerwegen
Gebirg und Wald entlang ,
Kein Sturm und auch kein Regen
Verleidet' ihm den Gang.
Er trug ein Wams von Leder
Und einen Jägerhut
Mit mancher wilden Feder.
Das steht den Jägern gut;
Es hing ihm an der Seiten
Ein Trinkgefäfs von Buchs ;
Gewaltig könnt' er schreiten
Und war von hohem Wuchs.
W^ohl hatt' er Knecht' und Mannen
Und hatt' ein tüchtig Rofs,
Ging doch zu Fufs von dannen
Und liefs daheim den Trofs.
Es war sein ganz Geleite
Ein Jagdspiefs, stark und lang.
Mit dem er über breite
Waldströme kühn sich schwang.
Nun hielt auf Hohenstaufen
Der deutsche Kaiser haus ;
Der zog mit hellen Haufen
Einstmals zu jagen aus.
Er rannt' auf eine Hinde
So heifs und hastig vor,
Dafs ihn sein Jagdgesinde
Im wilden Forst verlor.
Bei einer kühlen Quelle,
Da macht' er endlich halt;
Gezieret war die Stelle
Mit Blumen mannichfalt.
Hier dacht' er sich zu legen
Zu einem Mittagschlaf,
Da rauscht' es in den Hägen,
Und stand voi ihm der Graf.
Da hub er an zu schelten :
»Trefi' ich den Nachbar hie
Zu Hause weilt er selten.
Zu Hofe kommt er nie ;
Man mufs im W^alde stieifen,
Wenn man ihn fahen will.
Man mufs ihn tapfer gieifen,
Sonst hält er nirgend still,"
Als drauf ohn' alle Fährde
Der Graf sich niederliefs
Und neben in die Erde
Die Jägerstange stiefs,
Da griff mit beiden Händen
Der Kaiser nach dem Schaft:
»Den Spiefs mufs ich mir- pfänden,
Ich nehm' ihn mir zur Haft.
Der Spiefs ist mir verfangen.
Des ich so lang' begehrt!
Du sollst dafür empfangen
Hier dies mein bestes Pferd.
Nicht schweifen im Gewälde
Darf mir ein solcher Mann,
Der mir zu Hof und Felde
Viel besser dienen kann."
»Herr Kaiser I wollt vergeben !
Ihr macht das Herz mir schwer ;
Lafst mir mein freies Leben
Und lafst mir meinen Speer!
Ein Pferd hab' ich schon eigen,
Für eures sag' ich Dank ;