Boekgegevens
Titel: Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
Auteur: Schwippert, P.A.
Uitgave: Haag: Henri J. Stemberg, 1881
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: Obr. 8058
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_201841
Onderwerp: Taal- en letterkunde naar afzonderlijke talen: Duitse letterkunde
Trefwoord: Literatuur (fictie en non-fictie), Duits, Gedichten (teksten), Leermiddelen (vorm)
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   Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
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Helikon " Daa sind die Dichter Heine und ühland. (Vgl. Lindemann Bibliotheek
H, 2 pag. 1-78).
Richard Weitbrecht in seiner »Geschichte der deutschen Dichtung" sagt (S. 296):
»Was er auch singt, seine Muse ist rein und keusch, und so ist er neben
Rückert vielleicht der einzige, dessen sämmtliche Schöpfungen der Jugend
und der Frau unbedenklich in die Hände gegeben werden können. Aber n-cht
das allein ist es, was ihn zu unserm Liebling macht: es ist das Leichtfatebare
und Verständliche und doch nie Flache und Platte, das Volkstümliche, Warme
und Innige seiner Lieder, das ihm zum echten Volkssänger macht, ohne dafs er
je in Bänkelsängerei verfiele; es ist das ehrenhafte und kernhafte, für Recht und
Gerechtigkeit entflammte Gemüt, das in seinen vaterländischen Gedichten zu uns
spricht; es ist die Treuherzigkeit und Einfachheit und manchmal der feine Humor,
der in seinen Balladen, die jede blofse Deklamation glücklich vermeiden, uns
anzieht; und es ist in allen seinen Gedichten die reine und edle Form^ die uns
so wohlthuend berührt.
Von Uhland, dem Manne der Wissenschaft und der Politiek haben wir hier
nicht zu reden; mag man über diese Seite seiner Thätigkeil denken, wie man
will, Uhlands Gedich te werden fesseln und ergreifen, so lan-
ge es noch deutsche Herzen gibt, die für das Hohe und Edle
schlagen; denn
»Sie singen von Lenz und Liebe, von seiger goldner Zeit,
Von Freiheit, Männerwürde, von Treu und Heiligkeit:
Sie singen von allem Süfsen, was Menschenbrust durchbebt,
Sie singen von allem Hohen, was Menschenherz erhebt."
122. Die Einkehr.
Bei einem Wirte wundermild,
Da war ich jüngst zu Gaste ;
Ein goldner Apfel war sein Schild
An einem langen Aste.
Es war der gute Apfelbaum,
Bei dem ich eingekehret;
Mit süfser Kost und frischem Schaum
Hat er mich wohl genähret.
Es kamen in sein grünes Haus
Viel leicht beschwingte Gäste;
Sie sprangen frei und hielten Schmaus
Und sangen auf das beste.
Ich fand ein Bett zu süfser Ruh'
Auf weichen, grünen Matten;
Der Wirt, er deckte selbst mich zu
Mit seinem kühlen Schatten.
Nun fragt' ich nach derSchuldigkeit
Da schüttelt er den Wipfel.
Gesegnet sei er allezeit
Von der Wurzel bis zum Gipfel!