Boekgegevens
Titel: Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
Auteur: Schwippert, P.A.
Uitgave: Haag: Henri J. Stemberg, 1881
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: Obr. 8058
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_201841
Onderwerp: Taal- en letterkunde naar afzonderlijke talen: Duitse letterkunde
Trefwoord: Literatuur (fictie en non-fictie), Duits, Gedichten (teksten), Leermiddelen (vorm)
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   Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
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NACHERZAHI.UNG DER VORSTEHENDEN BALLADE.
1. Die Ballade soll in eine Erzählung umgewandelt werden. Goethe hat den
Stoff eines Singspiels in eine Ballade zusammengedrängt, die mit der Katastrophe
anhebt, so dafs man sehr aufmerken mufs, um den Gang der geschichtlichen Ent-
wickelung daraus zu entnehmen. (Yergl. Goethe's eigne prosaische Darstellung
dieser Ballade.)
2. Eine gewaltuame Regierungsveränderung vertreibt den König, dem der Graf
anhängt, samt andern Getreuen aus dem Lande und von Haus uni Hof.
Anmerkung: Die Prosa-Erzählung fordert eine bestimmte Zeitangabe: dazu
nehme man den Krieg der Engländer gegen die Franzosen, die Besitznahme Frank-
reichs bis an die Loire durch die Engländer und Burgunder, und den Umschwung
nach dem Auftreten der Jungfrau von Orleans.
3. Ehe der Graf flüchtet, vergräbt er seine Schätze, nimmt sodann S3in Töch-
terlein mit, in den Mantel gewickelt, und irrt viele Jahre lang ah fahrender (betteln-
der) Sänger umher,
4. Die Tochter wird schön und grofs : der neue Besitzer des Schlosses begegnet
einmal dem wandernden Sänger, verliebt sich in das schöne Mädchen und führt
sie (unter erdichtetem Namen) als seine Braut heim.
Anmerkung. In der Ballade erfolgen die Ereignisie Schlag auf Schlag: die
Prosa-Erzählung mufs dem Grafen einige Zeit zur Prüfung gewähren.
5. Ungeachtet ihm zwei Knaben aus der Ehe erblühen, bleibt do^ih die Reue
nicht aus.
6. Die vorige Dynastie kehrt zurück, und mit ihr der Graf. Unerkannt, als
Sänger erscheint or bei seinem Ritterschlofs und wird von den Knaben, seinen
Enkeln, hereingerufen, während die Mutter in der Kirche uni der Vater auf der
Jagd ist.
7. Er erzählt ihnen seine eigne Geschichte, fällt sodann aus der Rolle, indem
er seino Enkel segnet. Da erscheint der stolze hochfahrende Vater, ist entrüstet,
den Bettler bei seinen Kindern zu finden, weil es ihn an die niedrige Abstammung
seiner Gattin erinnert, und befiehlt, ihn in-s Bargverliels zu werfen, durch die
Fürbitte der Mutter und der Kinder nur noch heftiger aufgeregt.
8. Als sein Grimm in Vorwürfen gegen diese ausbricht, gibt sich der würdige
Greis zu erkennen. Jetzt wäre es an ihm, den Usurpator aus der Burg zu stofsen:
doch er vei kündet allgemeine Amnestie, und alles nimmt ein erfreuliches Ende.
Anmerkung. Goethe hat den Stoff aus einer Novelle des Boccaccio entlohnt.
Den Inhalt d eser Novelle wollen wir mitteilen, damit der Schüler sich, wo es
angeht, nach ihr lichten kann :
Der Graf von Angers wird verbannt aus demselben Grund, aus welchem Joseph
in Egypten ins Gefingnil's geworfen wird. Er flüchtet mit seineu zwei unerwach-
senen Kindern nach England Die Kinder gedeihen »wie unter dem glücklichsten
Sterne" trotzdem, dafs sie für den Vater Almosen sammeln müssen. Also geschieht
ea, dal's das Mädchen von einer Gräfin in London, der Knabe von einem Marschall
in Wales an Kindes atatt angenommen wird. Der Vater wandert sodann nach
Irland, und thut Knechtsdienate. Indessen wird die Tochter von dem Sohn
ihrer Adoptiv-Mutier geehlicht, der Sohn aber heiratet die verwaiste Tochter
des Marschalls und wird selbst Marschall. Achtzehn Jahre sind veistrichen: