Boekgegevens
Titel: Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
Auteur: Schwippert, P.A.
Uitgave: Haag: Henri J. Stemberg, 1881
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: Obr. 8058
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_201841
Onderwerp: Taal- en letterkunde naar afzonderlijke talen: Duitse letterkunde
Trefwoord: Literatuur (fictie en non-fictie), Duits, Gedichten (teksten), Leermiddelen (vorm)
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   Deutsche Poesie für Gymnasien und Realschulen
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Nun mit deinem Namen nennt,
Kam herbei wie eine Welle,
Und so eilt's zum Element,
Lafs den Anfang mit dem Ende
Sich in eins zusammenziehn ,
Schneller als die Gegenstände
Selber dich vorüberfliehn!
Danke, dafs die Gunst der Musen
Unvergängliches verheifst:
Den Gehalt in deinem Busen
Und die Form in deinem Geist.
103. Bundeslied.
In allen guten Stunden,
Erhöht von Lieb' und Wein,
Soll dieses Lied verbunden
Von uns gesungen sein !
Uns hält der Gott zusammen,
Der uns hierher gebracht,
Erneuert unsre Flammen,
Er hat sie angefacht.
So glühet flöhlich heute ,
Seid recht von Herzen eins!
Auf, trinkt erneuter Freude
Dies Glas des echten Weins!
Auf! in der holden Stunde
Stofst an und küsset treu
Bei jedem neuen Bunde
Die alten wieder neu.
Wer lebt in unserm Kreise
Und lebt nicht selig drin ?
Geniefst die freie W'eise
Und treuen Brudersinn !
So bleibt in allen Zeiten
Herz Herzen zugekehrt;
Von keinen Kleinigkeiten
Wird unser Bund gestört.
Uns hat ein Gott gesegnet
Mit seinem Lebensblick,
Und alles, was begegnet,
Erneuert unser Glück.
Durch Grillen nicht gedränget,
Verknickt sich keine Lust,
Durch Zieren nicht geenget.
Schlägt freier unsre Brust.
Mit jedem Schritt wird weiter
Die rasche Lebensbahn ,
Und heiter, immer heiter
Steigt unser Blick hinan.
Uns wird es nimmer bange,
Wenn alles steigt und fällt;
Wir bleiben lange, lange
Auf ewig uns geseilt.
In »Wahrheit und Dichtung" IV, 17 erzählt Goethe:
»Dem Geburtstage des Pfarrers Ewald zu gunsten ward das Lied gedichtet. —
»Da dies Lied/' fährt er fort, »sich bis auf den heutigen Tag erhalten hat und
nicht leicht eine muntre Gesellschaft beim Gastmahl sich versammelt, ohne dafs
es freudig wieder aufgefrischt werde, so empfehlen wir es auch unsern Nachkom-
men und wünschen allen, die es aussprechen und singen, gleiche Lust und Beha-
gen von innen heraus, wie wir damals, ohne irgend einer weitern Welt zu geden-
ken, uns im beschränkten Kreise zu einer Welt ausgedehnt empfanden."
»Unter den Personen, welche damals (während des Frankfurter Lebens nach
vollbrachter Studienzeit) den Kreis zu füllen und zu beleben sich höchst thätig